Bolivien / Deutschland / Kultur

Deutsch ist in Bolivien wichtigste Fremdsprache

Nationales Statistikinstitut (INE) stellt Ergebnisse zu Sprachen vor. Quechua und Aymara nach Spanisch wichtigste Landessprachen.

empadronadores2.jpg

Zensus 2012 in Bolivien
Zensus 2012 in Bolivien

La Paz. In Bolivien werden 64 Sprachen, 36 lokale Dialekte und mindestens 28 Fremdsprachen gesprochen. Diese linguistische Vielfalt belegen Ergebnisse des Zensus 2012, die am letzten Montag des alten Jahres 2013 in Boliviens Regierungssitz La Paz detailliert vorgestellt wurden. 36 Sprachen werden derzeit durch die Verfassung der Zehn-Millionen-Nation offiziell anerkannt.

Die entsprechende Frage zur Muttersprache auf dem Fragebogen lautete: "Welche Sprache haben Sie in Ihrer Kindheit gelernt?" Den Resultaten der Haushaltsbefragung zufolge ist Deutsch mit 62.743 Sprechern (0,65 Prozent) wichtigste ausländische Sprache. Spanisch wird den Erhebungen zufolge von 6.690.489 (69,40 Prozent) von Haus aus gesprochen, gefolgt von Quechua 1.680.384 (17,43 Prozent) und Aymara 1.021.513 (10,60 Prozent).

Nach Deutsch ist Portugiesisch die zweitwichtigste ausländische Sprache (23.979), gefolgt von Englisch mit 6.474 Muttersprachlern. Nur ganze vier Bolivianer gaben hingegen an, Araona zu sprechen. Fünf gaben bei der Erhebung zu Wohnort, Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit Canichana und Moré an, sechs Pacawara.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Der Zensus hat ergeben, dass in Bolivien insgesamt 10.027.254 Menschen leben, davon 2.706.351 in La Paz, 2.655.084 in Santa Cruz und 1.758.143 in Cochabamba, so die Tageszeitung La Razón.

Die Opposition im Tieflanddepartament Santa Cruz de la Sierra hatte die Form der Durchführung wie auch die Ergebnisse des Zensus angezweifelt und Platz eins der bevölkerungsstärksten Regionen für sich beansprucht. Finanzielle Zuflüsse an die Departamento-Verwaltungen und die Sitzverteilung im nationalen Parlament orientieren sich unter anderem an den Bevölkerungszahlen. Die Regierung weist die Kritik als politisch motiviert zurück und verweist auf Prüfungen durch internationale Organisationen wie die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) sowie die Weltbank.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr