Venezuela Avanza München

München: Ortsgruppe der gleichnamigen Solidaritätsbewegung

Die Weltherrschaft des Neoliberalismus ist nicht grenzenlos. Venezuela gehört zu jenen Ländern, die ihr Grenzen setzen. Und die beweisen: Es gibt Alternativen! Das neue Venezuela braucht Solidarität, denn sein Weg politisch-gesellschaftlicher Veränderungen ist human, basisdemokratisch, antirassistisch und sozial.

Die Bevölkerung Venezuelas hat die Konsequenzen entfesselter Profitmacherei und imperialistischer Ausbeutung in ihren schlimmsten Formen durchlitten. Obwohl das Land aufgrund seiner Ölschätze zu den wohlhabenstend der Erde gehören könnte, lebten Ende der neunziger Jahre 80 Prozent der Venezolaner in Armut. Der von der Ölindustrie geschaffene Reichtum verschwand in den Taschen einer schmalen Oberschicht vermögender Familienclans und einer mit ihr eng verbundenen Politikerkaste.

Infolge einer Politik der "Öffnung" seit Beginn der Neunziger profitierten zudem mit Shell und ExxonMobil eben jene Ölkonzerne erneut von den venezolanischen Naturreichtümern, die Venezuela bereits vor der Nationalisierung der Petroleumindustrie 1976 ein halbes Jahrhundert lang beherrscht und zum Nutzen ihrer Shareholder ausgepowert hatten. Venezuela ist seit Ende des Kalten Krieges und seit dem damals beginnenden globalen Siegeszug des neoliberalen Kapitalismus das erste lateinamerikanische Land, das den Ausbruch aus dieser verheerenden Entwicklungslogik wagt. Kurz nach seiner Regierungsübernahme leitet Chávez mit einer per Volksabstimmung angenommenen neuen Verfassung, die zu den fortschrittlichsten Verfassungen der Welt gehört, und einem Paket von 49 Gesetzen die bolivarische Revolution ein.

Dieser Umgestaltungsprozess zielt auf die Umverteilung von Eigentum und Einkommen und auf die Wiedergewinnung nationaler Souveränität und Unabhängigkeit. Während unter neoliberaler Agenda Bildung und Gesundheit auch in den Industrieländern wieder zu einer Frage des persönlichen Geldbeutels werden, investiert die Regierung Chávez Millionen in den für Venezuela erstmaligen Aufbau einer kostenlosen Gesundheitsversorgung und in die Verbesserung des kostenfreien staatlichen Bildungssystems.

Bei der Umsetzung dieser Reformen schlagen Chávez der Hass und der geschlossene Widerstand der alten venezolanischen Oligarchie entgegen. Zugleich berührt Chávez' Reformprogramm sowohl die Ölinteressen der Vereinigten Staaten als auch die Profite internationaler Ölkonzerne und stellt aufgrund seiner Ausstrahlung eine ernste Gefahr für die Hegemonie einer von den Multis diktierten neoliberalen Wirtschaftspolitik auf dem gesamten lateinamerikanischen Kontinent dar.

Die Weltmacht USA wird im Verbund mit den alten venezolanischen Eliten alles tun, um die fortschrittliche Entwicklung in Venezuela zu beenden und umzukehren. Ihre Instrumente reichen von ökonomischer Erpressung über Meinungsmanipulation bis zu offener militärischer Gewalt - diese sind alle bereits vom Putsch gegen die sozialistische Allende-Regierung in Chile bekannt. Welche Instrumente allerdings tatsächlich zum Einsatz kommen und ob sie Erfolg haben werden, hängt wesentlich davon ab, ob es Washington gelingt, Venezuela international zu isolieren.

Internationale Solidarität mit dem neuen Venezuela und der Regierung Chávez ist daher ein dringendes Gebot der Zeit. Alles dafür zu tun, ihr eine Zukunft zu sichern, muss auch unser Anliegen sein.

Das neue Venezuela ist nicht allein für die arme Bevölkerungsmehrheit der Venezolaner eine große Hoffnung. Es ist eine Hoffnung für soziale Bewegungen gegen Armut und Ausbeutung in ganz Lateinamerika. Es ist eine Hoffnung für alle Menschen, die überzeugt sind, dass eine andere Welt möglich und nötig ist.

Das Bündnis "Venezuela Avanza" sieht sich als Teil der internationalen Solidaritätsbewegung mit Venezuela und als Zusammenschluss von Einzelpersonen, die unabhängig von weltanschaulichen Ansichten oder Parteizugehörigkeit den bolivarischen Prozess in Venezuela unterstützen wollen.

Interesse? Wir freuen uns auf deine Mitarbeit.

Kontakt:
Venezuela Avanza München  
c/o Eine-Welt-Haus  
Schwanthalerstraße 80  
80336 München  
mail@venezuela-avanza-muenchen.de  
http://www.venezuela-avanza-muenchen.de 

Treffen:
Wir treffen uns an jedem letzten Dienstag im Monat um 19:30 Uhr im Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstraße 80 U4 oder U5, Haltestelle Theresienwiese, stadtseitiger Ausgang Tram 18 oder Tram 19, Haltestelle Hermann-Lingg-Straße. Bei Interesse bitte vorab erkundigen, ob das Treffen stattfindet.

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