Bolivien / Politik

Auch vor OAS keine Bewegung im Streit zwischen Bolivien und Chile

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Präsident Evo Morales fordert "souveränen Zugang zum Meer" für Bolivien:
Präsident Evo Morales fordert "souveränen Zugang zum Meer" für Bolivien:

Cochabamba. Die Forderung Boliviens nach einem Zugang zum Pazifik ist nach Worten von Präsident Evo Morales eine Angelegenheit des ganzen Kontinents. Zwar müsse der Konflikt zwischen Chile und Bolivien bilateral gelöst werden, aber dadurch, dass Politiker der gesamten Region eine Lösung in der Frage des Meereszugangs unterstützen, betreffe das Problem die ganze Hemisphäre, sagte Morales in Cochabamba. Dies berichtet die staatliche bolivianische Zeitung Cambio.

Der Ziel Boliviens, wieder zum Pazifik-Anrainer zu werden, beschäftigt das Land bereits seit mehr als 100 Jahren. Im 19. Jahrhundert war das Land im Salpeterkrieg (1879-1884) zu einem Binnenland geworden. Das Thema wurde in dieser Woche auf der Generalversammlung der OAS im bolivianischen Tiquipaya behandelt. Dabei präsentierten beide Länder erneut ihre Argumente. Chile beruft sich auf die Gültigkeit des Vertrags des Jahres 1904, der den Grenzverlauf regelt. Bolivien beklagt sich hingegen, dass Chile nicht verhandlungsbereit sei und will daher in der Angelegenheit vor internationale Gerichte ziehen.

Präsident Morales sieht in der Behandlung vor der OAS einen Schritt hin zur Internationalisierung des bilateralen Problems. Unter anderem wurde Bolivien von Ecuadors Präsident Rafael Correa unterstützt. Auch Vertreter der chilenischen Mapuche auf dem parallel zur Generalversammlung abgehaltenen Sozialgipfel unterstützen Boliviens Anliegen.

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