Internationale Handelsmesse 2019 in Kuba: Investitionen in schwierigen Zeiten

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Die internationale Handelsmesse FIHAV 2019 fand 4. bis zum 8. November statt
Die internationale Handelsmesse FIHAV 2019 fand 4. bis zum 8. November statt

Havanna. Die internationale Handelsmesse FIHAV, die wie jedes Jahr vom 4. bis zum 8. November stattgefunden hat, stand dieses Jahr unter schwierigen Vorzeichen. Die jüngsten US-Sanktionen treffen auch Investoren, die mit Kuba Geschäfte machen wollen.

Doch es gab auch in diesem Jahr einige gute Neuigkeiten von der Messe. So konnten die ersten Firmen in der 2014 eröffneten Sonderwirtschaftszone Mariel (ZEDM) inzwischen ihre Produktion für den nationalen Markt aufnehmen. Die vietnamesische Thai Binh Group produziert seit diesem Monat Windeln, Binden und andere Hygieneartikel, die bereits verfügbar sind. Auch die Produkte des mexikanische Fleichwarenherstellers Richmeat sollen noch vor Ende des Jahres in die Läden kommen.

Präsident Miguel Díaz-Canel eröffnete die Messe und traf sich am Rande der Veranstaltung mit Unternehmern, denen er für ihr Engagement dankte.

Überblick zur FIHAV 2019:

- Die Cartera de Oportunidades, Kubas jährlich aktualisierter Ausschreibungskatalog, umfasst in diesem Jahr 460 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 11,72 Mrd. US-Dollar. Damit ging die Anzahl der verfügbaren Projekte um 65 zurück, die insgesamt ausgeschriebene Summe erhöhte sich jedoch um rund 100 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus sind Vorschläge von Seiten der Investoren willkommen, die nicht im Katalog stehen.

- In der Sonderwirtschaftszone Mariel sind inzwischen 50 Projekte bestätigt, die eine Investitionssumme von 2,3 Milliarden Dollar umfassen.

- Der jüngst konstituierte vietnamesische Industriepark ViMariel, der innerhalb der Zone autonom agiert, hat mit dem Bauunternehmen Viglacera S.A. bereits den ersten Konzessionär.

- Die portugiesische Ecoplast S.A. kündigte an, Plastikprodukte und Verpackungsmaterial in Mariel zu fertigen.

- Das Joint Venture Lácteos Mariel S.A. (mit italienischen Partnern) will künftig Milch und Milchprodukte in Mariel produzieren.

- Das Nescor-Joint Venture (mit Nestlé als Partner) wird ab Mitte des Jahres 2020 seine Produktion von Keksen und Kaffee aufnehmen.

- Die kanadische WYM Group plant ebenfalls die Fertigung von Hygieneartikeln, darunter Taschentücher und Klopapier in Mariel. Produktionsstart soll Mitte 2020 sein.

- Während der FIHAV hatte Kubas Regierung eine weitere Öffnung des Privatsektors, unter anderem für private Fischer, Lebensmittelhändler und Produzenten angekündigt (amerika21 berichtete).

- Vergangene Woche wurde ein neues Gesetz über die Eröffnung von Technologieparks verabschiedet. Diese sollen mit Hilfe von ausländischen und nationalen Investoren Spitzentechnologie zur Anwendung bringen und die Wissenschaft mit der Produktion verzahnen. Der erste dieser Parks entsteht in Zusammenarbeit mit Havannas Informatikuniversität UCI und soll demnächst fertiggestellt werden.

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