Oppositionsparteien in Honduras solidarisieren sich mit "Empörten"

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Der siebte Fackelmarsch am 10. Juli in Tegucigalpa
Der siebte Fackelmarsch am 10. Juli in Tegucigalpa

Tegucigalpa. Vier Oppositionsparteien in Honduras haben offiziell ihre Unterstützung für die Protestbewegung der "Empörten" erklärt, die seit Wochen gegen die Regierung auf die Straße geht. Bei einer Pressekonferenz am Freitag riefen die Vorsitzenden der Parteien zugleich ihre Mitglieder auf, sich an den Protestmärschen dieser Bewegung zu beteiligen, die in mehreren Städten des Landes am gleichen Abend stattfanden.

Anwesend waren Mauricio Villeda für die Liberale Partei, der nationale Koordinator der Antikorruptionspartei, Salvador Nasralla, der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei Innovación y Unidad, Guillermo Valle, und der Koordinator des Bündnisses Libre (Libertad y Refundación), Manuel Zelaya. Die Parteien schlossen sich der Forderung nach einer von den Vereinten Nationen gebildeten Internationalen Kommission gegen die Straffreiheit in Honduras (CICIH) an, die seit Wochen bei den Straßenprotesten erhoben wird.

Seine Partei könne den Protest der Bevölkerung nicht ignorieren, der eine Reaktion auf die Straffreiheit bei Korruptionsfällen sei, sagte Villeda zur Begründung. Manuel Zelaya, der von 2005 bis zum Sturz durch das Militär im Jahr 2009 Präsident von Honduras war, erklärte, die Bewegung der Empörten stehe für Gerechtigkeit und seine Partei Libre werde sich mit ihr gemeinsam dafür einsetzen, dass die CICIH ins Land komme und alle Verantwortlichen gegenüber der Gesellschaft Rechenschaft ablegten.

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An der Pressekonferenz nahmen auch 25 junge Aktivisten teil, die an der Organisierung der seit Wochen anhaltenden Proteste beteiligt sind. Sie stellten klar, dass die "Empörten" sich keiner Partei anschließen würden, wie von einigen Medien behauptet worden sei. Eine ihrer Sprecherinnen, Gabriela Glen, erklärte, man akzeptiere die Unterstützung der Oppositionsparteien. Die Bewegung sei spontan entstanden, keine Partei könne die Führung bei den Protesten für sich beanspruchen.

Am Freitagabend nahmen erneut tausende Menschen an dem Fackelmarsch teil, der nun seit sechs Wochen jeden Freitag stattfindet. Sie forderten den sofortigen Rücktritt von Präsident Juan Orlando Hernández und weiterer Regierungsmitglieder.

Grund der Proteste ist der Korruptionsskandal um das Sozialversicherungsinstitut (IHSS), in den die regierende Nationale Partei und hohe Regierungsfunktionäre verwickelt sind. Durch die Veruntreuung von mehr als 300 Millionen US-Dollar aus dem IHSS brach das honduranische Gesundheitssystem zusammen. Fehlende Medikamente und Ausstattungen in den Krankenhäusern werden für den Tod von mehr als 2.800 Menschen verantwortlich gemacht.

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