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US-Regierung verweigert Auskunft über CIA-Einsatz in Ecuador

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Der US-Botschafter in Ecuador, Adam Namm
Der US-Botschafter in Ecuador, Adam Namm

Quito. Die USA äußern sich nicht zu Geheimdienst-Themen. So lautete nach Angaben von Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño die Antwort des US-Botschafters Adam Namm auf die Forderung nach Erklärungen über die Beteiligung des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA an der Bombardierung ecuadorianischen Territoriums im März 2008. Die Regierung des südamerikanischen Landes hat nun um eine offizielle Antwort ersucht, denn, so Patiño im Gespräch mit Pressevertretern, "es geht hier nicht um geheimdienstliche Aufklärung sondern um militärische Intervention".

Außenminister Patiño hatte Botschafter Namm am vergangenen Freitag einbestellt, um ihm "die Sorge der Regierung" über die von der Washington Post veröffentlichten Informationen zu übermitteln, nach denen die CIA an der Militäroperation Kolumbiens in Ecuador am 1. März 2008 beteiligt war.

Die kolumbianische Luftwaffe hatte ein temporäres Lager der FARC auf ecuadorianischem Gebiet bombardiert. Dabei kamen der Kommandant der FARC-Guerilla Raul Reyes, auf dessen Tötung die Operation abzielte, und 24 weitere Menschen ums Leben. Ecuador hatte daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen. Die Probleme mit Kolumbien sind unterdessen überwunden worden, im Januar 2011 wurden wieder Botschafter ausgetauscht.

Weil die jetzt vorliegenden Informationen über eine CIA-Beteiligung aus einer Zeitung stammten, habe seine Regierung um offizielle Auskunft vonseiten der USA gebeten, sagte der Außenminister.

Bestätigt wurden die "Enthüllungen" der Washington Post über eine enge Zusammenarbeit mit der CIA bei Militäroperationen gegen die kolumbianischen Guerillaorganisationen FARC und die ELN seit dem Jahr 2003 indes sowohl vom Verteidigungsminister Kolumbiens, Juan Carlos Pinzón und dessen Vorgänger Gabriel Silva, als auch von Ex-Präsident Álvaro Uribe.

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