Dominikanische Republik erhöht Anteil an Goldförderung

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Transparent mit der Aufschrift "Das Gold gehört der Insel"
"Das Gold gehört der Insel": Soziale Bewegung verlangen die Verstaatlichung der Goldförderung

Santo Domingo. Die dominikanische Regierung hat sich durch eine Revision des Vertrages mit dem kanadischen Bergbauunternehmen Barrick Gold größere Anteile an den Gewinnen der Goldausbeutung gesichert. Die Vertreter beider Seiten hatten zuvor über eine Woche verhandelt, um den unter der Vorgängerregierung von Präsident Leonel Fernández geschlossenen Vertrag zugunsten des Staates zu verändern. Am 8. Mai wurde letztendlich der Vertrag unterschrieben und soll voraussichtlich in den nächsten Wochen von der Nationalversammlung ratifiziert werden.

Die Vertragsänderung sieht vor, dass der Anteil des Staates an den Gewinnen von 37 auf 51,3 Prozent erhöht wird. Im Unterschied zu dem früheren Vertrag erhöhen sich die erwarteten Einnahmen des Staates in den nächsten vier Jahren dadurch von 377,4 Millionen auf 2,2 Milliarden US-Dollar. Denn die 2009 unter der Regierung des damaligen Präsidenten Leonel Fernández formulierten Vereinbarungen legten die Rechte zur Ausbeutung der Goldmine Pueblo Viejo fest, die seit August 2006 von Barrick Gold verwaltet wird: Pro 100 erwirtschafteten US-Dollar erhielt das Bergbauunternehmen 97, der Staat lediglich die verbliebenen drei US-Dollar. Zugleich wurden dem dominikanischen Staat aber im selben Jahr 31 Millionen US-Dollar Zuschuss erstattet, um vertriebene Familien zu entschädigen, die in der Umgebung der Goldmine gelebt haben.

Noch im März 2010 hatte Wirtschaftsminister José Ramón Fadul den 2009 geschlossenen Vertrag mit der Begründung verteidigt, dass dieser von Vorteil für das Land sei. Am vergangenen 27. Februar richtete jedoch Präsident Danilo Medina einen "allerletzten Aufruf" an Barrick Gold, den Vertrag über die Ausbeutung der Goldmine Pueblo Viejo neu zu verhandeln. Aufgrund des gestiegenen Goldpreises seien die bezahlten Steuern nicht länger als angemessen zu betrachten.

Die Erklärung des Präsidenten Medina war für zahlreiche soziale Bewegungen Anlass, gegen den Bergbau zu protestieren. Sie fordern die Verstaatlichung von Barrick Gold und die Aufhebung des Vertrages sowie die Beschlagnahmung aller ihrer Güter. In einem symbolischen Prozess verurteilten sie außerdem Ex-Präsident Leonel Fernández zu 20 Jahren Haft und einem "täglichen Bad im Fluss Margarita", der durch die Ausbeutung des Goldes schwer verunreinigt ist.

Trotz der Mahnungen der Umweltministerin und der Naturwissenschaftsakademie der Universität von Santo Domingo (UASD) sei den möglichen Umweltbeeinträchtigungen kein Wert beigemessen worden, so die Kritiker. Barrick Gold wird vorgeworfen, einem Teil der Bevölkerung und dem Viehbestand in der Stadt Cotuí Schaden zugefügt zu haben und die Verseuchung des Wasserreservoirs des Staudamms Hatillo und des Flusses Margarita bewirkt zu haben.

Das Unternehmen verteidigt sich mit dem Argument, dass die verursachten Schäden auf das Vorgängerunternehmen zurückzuführen seien, berichtet das Lateinamerika-Nachrichtenpoonal Poonal. Ferner behauptet Barrick Gold, dass mehr als 400 Unternehmen innerhalb des Landes sowie Bildungs-, Produktions- und Gesundheitsprojekte von der Präsenz der Barrick Gold profitieren würden.

Präsident Medina betonte, dass der Pakt "zum Wohle der Nation" geschlossen worden sei und versichert über Twitter, dass dieser "bis zum letzten Cent" dominikanischen Familien begünstigen werde.

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