Kuba / Politik / Soziales / Kultur / Umwelt

Kuba im Film

Filmreihe

Zu ihrem 30-jährigen Bestehen zeigt die Regionalgruppe Regensburg der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V. eine kleine Filmreihe mit vier Filmen aus und zu Kuba.

Der Verein pflegt die Völkerfreundschaft mit dem Land, engagiert sich für Hilfslieferungen und befördert Kultur und Kunst in ihrem Rahmen. So gibt es jetzt endlich mal wieder kubanische Filmkunst und neue Dokus. Gerade im Winter, gerade jetzt inhaltlich beeindruckend: Kubafilme !

Doku-Film „Klimaschutz: Von Kuba lernen“

Dienstag, 24. Januar 2023, 19:30 Uhr

Wie kann Klimaschutz in einem nicht-kapitalistischen System aussehen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir nicht in Utopien schwelgen. Wir können einfach nach Kuba schauen. Und das haben wir gemacht. Wir haben Interviews mit Professoren, Aktivistinnen und Journalisten geführt, uns selbst gebildet und alles in Erfahrung gebracht, was wir über Klimaschutz in Kuba herausfinden konnten. Und festgestellt: Kuba ist eines der nachhaltigsten Länder der Welt — und das liegt nicht einfach an seiner Armut.

In „Klimaschutz: von Kuba lernen“ wollen wir einen Überblick geben: über die Geschichte von der kubanischen Revolution bis zur Energierevolution. Wir wollen einen Einblick in Maßnahmen wie dem landesweiten Kühlschrank-Austausch berichten und das kubanische Modell der Rätedemokratie mit seinen vielfältigen zentralen und dezentralen Elementen skizzieren, voraussichtlich mit Aktivisten von Münchner Klimatreffen, die den Film mit produziert haben. Also seid gespannt!

Filmvorführung: Viva

Dienstag, 31. Januar 2023, 19:30 Uhr

Viva ist ein Drama aus dem Jahr 2015 von Paddy Breathnach mit Hector Medina, Jorge Perugorria und Luis Alberto García, Der Film wurde als irischer Beitrag für die Oscar-Kategorie Bester fremdsprachiger Film der Oscars 2016 nominiert. (MJ)

In Viva stoßen Héctor Medina und Jorge Perugorría als Vater und Sohn nach 15 Jahren Abwesenheit aufeinander und geraten in einen Konflikt über unterschiedliche Lebensentwürfe. Jesus (Héctor Medina) arbeitet als Visagist für die Drag-Queen-Szene in Havanna. Er träumt davon, selbst auch irgendwann einmal auf der Bühne zu stehen. Als er die Chance bekommt als Transvestit in einem Nachtclub aufzutreten, kommt es zu einem Zwischenfall: Ein Mann drängt sich durch die Menge und schlägt Jesus ins Gesicht. Es ist sein Vater, der ehemalige Boxer Angel (Jorge Perugorria) den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Die beiden Männer scheinen unterschiedlicher nicht sein zu können und tun sich schwer, ihre gegenseitigen Lebensentwürfe zu akzeptieren. Doch mit der Zeit lernen sie sich besser kennen — und sind auf dem besten Weg, wieder eine Familie zu werden.

Filmvorführung: La Clave — Das Geheimnis der kubanischen Musik

Dienstag, 7. Februar 2023, 19:30 Uhr

Lebensfreude, die ansteckt! „La Clave – Das Geheimnis der kubanischen Musik“ ist ein leidenschaftlicher Dokumentarfilm über die musikalische Seele eines Landes, in der sich afrikanische und europäische Wurzeln vereinen. Unbeschwerte Jam-Sessions á la „Buena Vista Social Club“, Jazz-Legende Bobby Carcassés, Schlagzeugerin Yissy García oder Musiker der Band „Irakere“ lassen in die mythenreiche Geschichte der Musik- und Tanzszene Kubas eintauchen. Ein inspirierender Blick auf die Vielfalt der karibischen Insel, wo schon die Kinder in einzigartigen Musikschulen die traditionellen Tänze und Instrumente erlernen. Auf Kuba verschmelzen Einflüsse aus Afrika und Europa zu einer einzigartig bunten Kultur. Deren wild pulsierendes Herz ist die Musik- und Tanzszene, die sich weit über Latin-Jazz und Salsa hinaus erstreckt. Havannas Straßen vibrieren vor Bewegung und Klang: Aus allen Richtungen strömen die hypnotischen Rhythmen von Clave-Hölzern, Trommeln, traditionellen Liedern und populären Hits.

Die karibische Insel lebt Musik! Wichtige Musiker*innen und Expert*innen wie Jazz-Legende Bobby Carcassés, Schlagzeugerin Yissy García oder Musikhistoriker Dr. Olavo Alén entschlüsseln die Ursprünge der kubanischen Musik, gewähren mitreißende Einblicke in ihren Reichtum und den Umgang mit dem Nachwuchs. Denn in wohl kaum einem anderen Land spielt die musikalische Erziehung eine so wichtige Rolle wie hier! Musikschulen – hierzulande ein teures Privileg – sind dort nicht nur zahlreich, sondern auch kostenlos und begeistern die Kinder von Klein auf für Gesang, verschiedenste Instrumente und Tänze wie Rumba, Conga und Bolero.

Filmvorführung: Candelaria

Dienstag, 21. Februar 2023, 19:30 Uhr

Die 75-jährige Candelaria (Véronica Lynn) und Victor Hugo (Alden Knight) haben sich auf ihre alten Tage noch einmal zusammengetan: Das Leben zu zweit ist bequem. Sie organisieren sich gut. Sie haben am Abend jemanden, der sie fragt, wie der Tag war, zuhört, was sie erzählen, und sie teilen miteinander die Sorgen und Ängste ihres eher ärmlichen Daseins. Candelarias Lebenspartner ist Victor Hugo, und er hat sich nicht umsonst einen Namen aus der Welt der Literatur zugelegt. Er liebt es zu lesen, liebt Bücher und das Dichten. Um Geld zu verdienen, arbeitet er als Vorleser in einer Fabrik – auch diese Szene, die Victor Hugo bei seiner Arbeit zeigt, beschreibt auf authentische Weise das Leben auf der Insel.

Als Candelaria bei ihrer Tätigkeit als Wäscherin eine Videokamera findet, kommt das Leben der beiden noch einmal in Schwung: Das Gerät ist wertvoll und könnte verkauft werden, um für bessere Mahlzeiten zu sorgen. Aber dann erkennen die beiden, wie viel Spaß es macht, die Welt durch die Kamera zu betrachten, Videos zu machen, sich selbst – auch erotisch – in Szene zu setzen. Als sich Victor Hugo das gute Stück wiederum klauen lässt, fehlt ihnen vor allem der Spaß, den sie mit dem Gerät hatten. Und sie fragen sich, was derjenige, der die Kamera nun in Besitz hat, mit ihren Videos macht. Victor Hugo macht sich also auf, die Kamera in Havannas Untiefen bei El carpintero (Philipp Hochmair) zu suchen, der ihm dann jedoch ein verlockendes Angebot macht.

Regisseur Jhonny Hendrix Hinestroza ist Kolumbianer und hat für seine Geschichte eine eher ungewöhnliche internationale Koproduktion organisiert: Kolumbien, Deutschland, Norwegen, Argentinien und Kuba sind am Film beteiligt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Film so vielschichtig ist: Er ist witzig und manchmal kurios, er ist poetisch, er gibt dokumentarische Einblicke in das Leben auf der Insel, spricht Themen an, die uns alle betreffen, und erzählt gleichzeitig eine durch und durch kubanische Geschichte – die darüber hinaus äußerst originell ist.

Termindaten
Datum: 24.01.2023, 19:30 - 21.02.2023, 22:00
Stadt: Regensburg
Veranstaltungsart: Film- und Diskussionsveranstaltung Filmtage
Veranstaltungsort: Kinos im Andreasstadel, Andreasstraße 28, 93059 Regensburg
Veranstalter: Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba / Regionalgruppe Regensburg
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr