Mexiko / Menschenrechte

Anführer von indgenem Bezirk in Oaxaca ermordet

Gewalt dauert auch nach tödlichem Angriff auf Menschenrechtskarawane Ende April an

Oaxaca. Im Süden Mexikos regiert weiterhin die Gewalt. Drei Wochen nach dem Angriff auf eine Menschenrechtskarawane in der abgelegenen Region Oaxacas wurden am Donnerstag dieser Woche Timoteo Alejandro Ramírez (46) und seine Ehefrau Cleriberta Castro (36) erschossen. Ramírez galt als Gründer des autonomen Bezirks San Juan Copala, der der zapatistischen Oppositionsbewegung nahe steht.

Die Angreifer tarnten sich als Verkäufer und schossen das Ehepaar in dessen Lebensmittelladen nieder. Daraufhin konnten sie in ihrem Lastwagen fliehen. Nach Aussagen von Augenzeugen soll es sich um bezahlte Mörder aus dem Nachbarbezirk Putla Villa de Guerrero handeln.

San Juan Copala wird seit sechs Monaten von Anhängern der paramilitärischen Organisationen MULT und UBISORT belagert. Vergangenes Wochenende wurden 35 Frauen und Kinder von Paramilitärs der UBISORT abgefangen. Einige konnten fliehen, 13 Frauen und Kinder aber wurden entführt und misshandelt.

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Trotz der andauernden Gewalt hält Jorge Albino Ortiz, Sprecher des zapatistisch orientierten autonomen Bezirks, am Aufruf für eine neue Menschenrechtskarawane fest, die nach den beiden Todesopfern vom 27. April, Alberta Cariño Trujillo und Jyri Antero Jaakkola, benannt ist.

Die neuen Morde lassen jedoch erhebliche Zweifel über die Machbarkeit der neuen Karawane aufkommen, die für den 8. Juni geplant ist. Immerhin sind die Mörder weiterhin auf freiem Fuß. Auch arbeiten die in der Region agierenden Milizen offen mit der Regierung zusammen. Und schließlich stellt sich die Frage, welche Konsequenzen die Ermordung von Timoteo Alejandro Ramírez uns seiner Ehefrau auf den aktuellen Kriegszustand in der Region hat.

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