Kolumbien

FARC-Guerilla in der Offensive

Kolumbianische Rebellenorganisation bekennt sich zu Entführung von Gouverneur von Departement Caquetá. Flugzeuge attackiert

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FARC-Guerilla in der Offensive
Flagge der FARC-Guerilla

Bogotá. Zwei Wochen nach der Entführung und dem Tod des Gouverneurs der südkolumbianischen Provinz Caquetá, Luis Fransisco Cuellar, hat sich die Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zu der Tat bekannt. Man habe gegen den regierungsnahen Politiker ein "Gerichtsverfahren" wegen Korruption eröffnen wollen, heißt es in der Erklärung des "Bloque Sur" der Guerilla-Organisation. Der Tod des Regionalpolitikers habe jedoch nicht in der Absicht der Rebellen gelegen, sondern sei die Folge eines militärischen Befreiungsversuches. Die Erklärung datiert auf den 24. Dezember.

Die FARC-Rebellen werfen dem getöteten Politiker und Viehzucht-Unternehmer zudem vor, eng mit paramilitärischen Todesschwadronen zusammengearbeitet zu haben. Cuéllar sei deswegen und aufgrund seiner Mitverantwortung für die in der Region stationierten Truppen als Akteur des in Kolumbien seit Jahrzehnten schwelenden Bürgerkrieges anzusehen.

Einen Tag nachdem sich die FARC in einem Kommuniqué zu der Entführung öffentlich bekannten, griff ein Kommando der Guerilla am Mittwoch ebenfalls im Süden des Landes zwei Armeeflugzeuge an. Beobachter führen die Offensive der FARC und die vermehrten Aktionen der zweitgrößten Guerillaorganisation ELN auf die am 20. Mai dieses Jahres bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zurück. Die von Präsident Uribe dann angestrebte zweite Wiederwahl trifft im Land und international auf harsche Kritik.

Kolumbien führt aufgrund des schweren sozialen und militärischen Konfliktes die Statistiken krimineller und politisch motivierter Gewalt in Südamerika an. Nach Angaben der Armee wurden im vergangenen Jahr 2009 über 15.000 Menschen ermordet, knapp 7000 von ihnen von Auftragskillern. Menschenrechtsorganisationen erheben zudem Vorwürfe gegen Politiker des Regierungslagers wegen deren nachgewiesener Zusammenarbeit mit Paramilitärs.


Bildquelle: commons.wikimedia.org

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