Venezuela / Politik

Venezuela treibt Entwaffnungspolitik voran

Behörden zerstören 32.000 Schusswaffen im Kampf gegen Kriminalität

Caracas. Als Teil der Bemühungen zur Kriminalitätsbekämpfung hat die venezolanische Regierung am Mittwoch vergangener Woche öffentlich mehr als 32.000 Schusswaffen zerstört, so der Leiter der Armee-Abteilung für Waffen und Sprengstoffe, Oberst Julio César Morales. Die Mitarbeiter einer Eisenfabrik im Bundesland Lara benutzten Schweißbrenner um die Waffen zu Schrott zu zerlegen. Der Erlös von 5.000 US-Dollar aus dem Verkauf des Altmetalls wird der Stiftung Freunde krebskranker Kinder gespendet, so Morales.

Die Waffen stammen von Personen, die wegen Gewaltverbrechen inhaftiert wurden. Fast ein Drittel der Waffen waren selbstgebaut, der Rest industriell gefertigt. Der Minister für Justiz und Inneres, Tarek El-Aissami, nahm an der Waffenvernichtungszeremonie teil. Er erläuterte: "Dieser Akt ist Teil der Entwaffnungspolitik, die wir vorantreiben".

Bei Umfragen hat die venezolanische Bevölkerung wiederholt Kriminalität und Unsicherheit als die größten Probleme des Landes genannt. Laut Regierungsdaten ist bei einer Bevölkerung von 28 Millionen Menschen die Zahl der Morde von 5.974 im Jahr 1999 auf 13.000 im Jahr 2007 gestiegen. Im vergangenen Jahr sei sie dann auf weniger als 8.000 gesunken.

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Ergänzend zur Beschlagnahmung und Zerstörung von Waffen hat die Regierung die Zahl der Polizeibeamten erhöht und ihre Ausrüstung erneuert, damit begonnen unbewaffnete Gemeindepolizisten auszubilden, sowie die Grundlage für ein Netzwerk lokaler Bildungseinrichtungen zur Drogenprävention gelegt.

Im Jahr 2006 begann die Regierung ein Programm zur landesweiten Polizeireform mit der Bildung einer staatlichen Kommission und einem öffentlichen Beratungsprozess, um neue Standards für Polizeiverhalten zu definieren. Zwei Jahre später verabschiedete die Nationalversammlung ein Gesetz zur Schaffung einer neuen nationalen Polizei. In diesem Jahr gründete das Ministerium für Justiz und Inneres zudem eine neue Universität zur Verhaltensschulung von Polizeibeamten.


Den Originalbeitrag von Venezualanalysis.com in englischer Sprache finden Sie hier.

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