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OAS will Kuba wieder aufnehmen

Versammlung der Organisation Amerikanischer Staaten: Ausschluss Havannas nach 47 Jahren zurückgenommen. Kuba bleibt skeptisch

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OAS will Kuba wieder aufnehmen
Lockere Atmosphäre: Gruppenbild nach dem 39. OAS-Gipfel

San Pedro Sula. Überraschend haben die Außenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am Mittwochabend den Weg für die Wiederaufnahme Kubas geebnet. Am Ende ihrer 39. Versammlung wurde einstimmig beschlossen, eine Resolution aus dem Jahr 1962 zurückzunehmen, mit der Kuba als einziger Staat ausgeschlossen worden war.

Der Schritt wurde damals von den USA forciert und damit begründet, dass Kuba nicht mit den "demokratischen Zielen" der von Washington dominierten OAS übereinstimmen würde. Paraguay, das damals von einem Diktator beherrscht wurde, blieb Mitglied in der OAS. Auch in den 1970er und 1980er Jahren wurden keinem der folgenden diktatorischen Regime Südamerikas von den USA mit Ausschluss aus der Regionalorganisation gedroht.

Das Angebot zur Wiederaufnahme Kubas traf in Lateinamerika und der Karibik auf ein uneingeschränkt positives Echo. Nach einer zweitägigen Debatte in der Stadt San Pedro Sula hatten sogar die USA gegen ihre historische Anti-Kuba-Politik votiert. "Heute wurde der Kalte Krieg hier beendet", sagte Honduras´ Präsident und Gastgeber Manuel Zelaya.

Dennoch wird sich an der regionalen Lage zunächst nichts ändern. Bis zuletzt hatten die US-Vertreter bei der OAS versucht, die Rücknahme der Ausschlusserklärung an politische Konditionen zu knüpfen. Dagegen hatte sich die linksgerichtete Staatenmehrheit Lateinamerikas gewehrt. Schließlich wurde ein "politischer Mechanismus" etabliert, der Gespräche zu Themen wie Menschenrechte und Demokratie vorsieht.

US-Außenministerin Hillary Clinton ließ keinen Zweifel daran, dass dabei Konditionen gestellt werden: "Kuba kann künftig in die Organisation zurückkehren, wenn die OAS entscheidet, dass seine Teilnahme ihren Zwecken und Prinzipien entspricht", sagte Washingtons Chefdiplomatin, bevor sie noch vor Ende des OAS-Gipfels nach Ägypten weiterreiste.

In Kuba wurde die Entscheidung deswegen verhalten aufgenommen. Die Rücknahme der Resolution sei zwar ein "historischer Sieg" und ein "Akt der Rebellion" der lateinamerikanischen Staaten, hieß es in einer Erklärung, die im Fernsehen verlesen wurde. Doch habe man kein Interesse an einer Mitgliedschaft in einer Organisation "mit einer derart düsteren Geschichte".


Bildquelle: oas.org

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