Basis trifft Diplomatie

Europas Solidaritätsgruppen kommen in Amsterdam zusammen

Amsterdam. Am Freitagabend begann in Amsterdam ein dreitägiges europäisches Solidaritätstreffen, zu dem das venezolanische Außenministerium über seine Botschaften in der Europäischen Union (EU) eingeladen hat. Dafür verantwortlich zeichnet das Vizeministerium für Europa unter Leitung von Alejandro Fleming. Auf dem Treffen wird es darum gehen, die bestehenden Strukturen und Formen der Solidaritätsarbeit in Europa mit den Vorstellungen aus Venezuela in Einklang zu bringen. Der Einladung folgten rund 120 Menschen, die europaweit in der Solidaritätsarbeit mit Venezuela tätig sein. Hinzu kamen Botschafter und Generalkonsule, die in EU-Ländern akkreditiert sind.

Der Vizeminister selbst konnte nicht zur Eröffnung kommen, da er seinen Vizepräsidenten auf einer Reise nach Weißrussland begleiten musste. In Vertretung von Fleming sprach seine Mitarbeiterin Ginette González über die "Diplomatie der Völker" und die zukünftige Solidaritätsarbeit. Die Diplomatin entspricht dem neuen Typus der politischen Verantwortungsträgerin, den die Bolivarische Revolution unter Präsident Hugo Chávez hervorgebracht hat: Sie ist keine Karrierediplomatin. Bevor sie ins Ministerium eintrat, hat González Solidaritätsarbeit in Spanien geleistet und war anschließend in der Basisarbeit in ihrer venezolanischen Heimat tätig.

Die Organisatoren haben als Grundlage für die zukünftige Arbeit zum einen die strategischen Ziele genannt, die Chávez in einer Grundsatzrede im November 2004 festlegte. Zum anderen verweisen sie auf das nationale bolivarische und sozialistische Projekt, das auf dem Sozialismus des 21. Jahrhunderts und der bolivarischen Doktrin beruht.

Deshalb ist ein Anliegen der Veranstalter, dass "die Mitglieder der Solidarität(sgruppen) ihre Kenntnisse über die historische, politische und soziale Wirklichkeit Venezuelas, seiner Lage, seines Umfelds und die Initiative, die sich aus der Verbindung des bolivarischen und sozialistischen Projekts mit dem lateinamerikanischen und karibischen Umfeld ergeben, vertiefen".

Als Ziele für das Soli-Treffen nennen die Organisatoren, die Ausbildung von kollektiven Leitungen innerhalb der Solidarität, Stärken der Organisationsfähigkeit und Vernetzung der einzelnen Gruppen sowie die Vertiefung der Beziehungen zu den revolutionären venezolanischen Strukturen.

Die genannten Aspekte werden in drei Workshops umgesetzt, die jeweils von Referaten eingeleitet werden. Den Auftakt am heutigen Samstag wird der Pariser Universitätsprofessor Bernard Cassen mit einem Vortrag über "Die Krise des Kapitalismus" machen. Ihm folgt Fernando Soto, der zur Schulungsabteilung der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) gehört, mit einer Darstellung über den "sozialistischen Wechsel und Umbau des venezolanischen Staates". Den Abschluss bildet am Sonntag das Mitglied des Sozialistischen Schulungszentrums Jorge Rodríguez (CFSJR), Fady Kallab, über die dort gewonnenen Erfahrungen.

Die Redaktion von amerika21.de ist vor Ort präsent und wird über den weiteren Verlauf der Tagung sowie die dort erzielten Ergebnisse berichten.

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