Deutschland

Größtes Wandbild Berlins eingeweiht

Künstler aus Deutschland, Venezuela und Kolumbien arbeiteten einen Monat lang zusammen. Bezug auf politische Kunst Lateinamerikas

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Größtes Wandbild Berlins eingeweiht
Mit 600 Quadratmetern das größte Wandbild Berlins

Berlin. Mehrere Dutzend Gäste haben am Freitag in Berlin das bislang größte Wandbild der deutschen Hauptstadt eingeweiht. Das Gemälde wurde über einen Monat lang von jungen Künstlern aus Deutschland und Lateinamerika erstellt.

Initiert wurde die Aktion von dem Verein Interbrigadas, der seit seiner Gründung 2007 politische Austauschprogramme mit Lateinamerika organisiert.

An dem Wandbild in Berlin wirkten Künstler aus Venezuela, Kolumbien Deutschland mit. Das Kunstwerk erstreckt sich über 600 Quadratmeter auf einer Seitenwand des Mercure-Hotels nahe der U-Bahn-Station Gleisdreieck im Berliner Stadtteil Kreuzberg.

"Wir hatten von Beginn an die Idee, Elemente aus dem Berliner Stadtleben und Motive aus Lateinamerika zu verbinden", sagte Felix Wiesner.

Die jungen Künstler beziehen sich auch auf die Stilrichtung der Murales in Mexiko. "Wir haben deswegen durchaus auch politische Elemente untergebracht", so Wiesner weiter.

Vor allem die lateinamerikanischen Künstler sind in ihrer Heimat in Basisprojekten aktiv. Die Kolumbianer Ivan Nikolai Monroy, Nadia Michelle Granados und Edison Reina arbeiten mit Menschenrechtsorganisationen zusammen. Der Venezolaner Wildemar Liendo lebt und arbeitet in Caracas.

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Mit ihren Wandgemälden wollen die Künstler nach eigenen Angaben auch zur politischen Aufklärung beitragen.

Das heute eingeweihte Wandbild ist das zweite Werk dieser Art lateinamerikanischer Künstler in Berlin. Bereits 1985 hatte der Nicaraguaner Manuel García Moia im Ostteil der Stadt ein Mural gemalt.

Der aus dem Dorf Monimbó stammende Maler stellte darauf damals eine Szene aus dem Leben seines Heimatdorfes aus dem Februar 1978 dar. Das Dorf war dabei von Soldaten der Somoza-Diktatur überfallenen worden, zahlreiche Einwohner wurden ermordet.

Auch das neue Bild der jungen Künstler soll die Menschen zum Nachdenken bringen. "Wir wollten die Realitäten beider Kontinente darstellen", sagte Wiesner. Das Bild solle auch zeigen, wie Menschen aus beiden Teilen der Erde zusammenarbeiten können.


Bild: Felix Wiesner

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