Amerikas

Bolivien: Gouverneur Fernández verhaftet

Heute wurde der Gouverneur des Bundesstaates Pando verhaftet. Untersuchungen zu Massaker halten an

Cobija. Der Gouverneur von Pando, Leopoldo Fernández Ferreira, wurde heute morgen um 10:45 (Ortszeit) von Einheiten der bolivianischen Armee verhaftet. Unmittelbar danach wurde er nach La Paz ausgeflogen, wo die Zentralregierung ihren Sitz hat, deren Sturz der Gouverneur von Pando gemeinsam mit drei anderen Gouverneuren betrieb. Nach Angaben der Militärführung setzte er seiner Verhaftung keinen Widerstand entgegen. Er ist der Anführung einer Verschwörung und des Massakers an Bauern in seinem Bundesland verdächtig. Seit gestern war er zur Fahndung ausgeschrieben. Zunächst war verbreitet worden, Fernández habe sich mit anderen Anhängern nach Brasilien abgesetzt.

Die Zahl der ermordeten Bauern beläuft sich nach letzten Angaben auf 36. Nach ersten Obduktionsergebnissen wurden die meisten Opfer aus nächster Nähe mit automatischen Waffen erschossen, einige wiesen Verletzungen durch Machetenhiebe auf, mindestens eine Person wurde stranguliert.

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Nach Angaben der bolivianischen Staatsanwaltschaft kam es zu den Vorfällen in der Nacht auf Samstag, als Anhänger des Gouverneurs und Mitarbeiter seiner Regionalregierung einen Demostrationszug von Bauern stoppten. Sie errichteten eine Staßensperre und eröffneten das Feuer auf die Anhänger der sozialistischen Bundesregierung. Unter den Toten befinden sich mindestens vier Kinder.

Entgültige Angaben über die Opferzahlen können bisher nicht gemacht werden, da viele Verletzten sich in den Urwald flüchteten und die Täter eine Reihe von Toten oder Verletzten in einen Fluss warfen.

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