Gesundheitstribunal verurteilt Goldcorp

Symbolisches Gericht behandelt Folgen des Bergbaus in Mexiko, Guatemala und Honduras. Unternehmen weist Anklagen zurück

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Mitglieder des Gesundheitstribunals in Guatemala
Mitglieder des Gesundheitstribunals in Guatemala

San Miguel Ixtahuacán, Guatemala. Dutzende Menschen haben im guatemaltekischen San Miguel Ixtahuacán bei einem "Gesundheitstribunal der Völker"

die Folgen des internationalen Bergbaus in der Region angeklagt. Bei der Veranstaltung in der Nähe der Abbaustätte Marlin, der größten Goldmine Zentralamerikas, klagten die Betroffenen Auswirkungen des Bergbaus auf ihre Gesundheit sowie Umweltschäden an. Verantwortlich machten sie den kanadischen Bergbaukonzern Goldcorp.

Die angehörten "Zeugen" leben nahe der Mine Marlin, der Mine Los Filos in Carrizalillo (Mexiko) und der Abbaustätte San Martín in Valle de Siria (Honduras). Die drei Minen gehören dem kanadischen Bergbaukonzern Goldcorp. Das Unternehmen mit Sitz in Vancouver baut seit 15 Jahren in Zentralamerika Gold und andere Edelmetalle ab. Dabei wendet es nach Angaben der Kritiker auch zweifelhafte und gefährliche Methoden an. Bei seinen Aktivitäten kann das Unternehmen weitgehend auf die Unterstützung des kanadischen Staates zählen.

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Bei dem Tribunal befanden 13 Vertreter aus Wissenschaft, Journalismus  und Medizin als "Richterinnen" und "Richter" über die Klagen und fällten ein abschließendes Urteil. Demnach kam es in allen drei vorgestellten Fällen zu starken Wasserverschmutzungen und dem Versiegen von Quellen, zur Zerstörung von Ökosystemen und Grundwasserströmen sowie zu giftigen Staubemissionen. Dies habe zur Zerstörung der Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung geführt.

In ihrem Urteil kam das Tribunal zu dem Schluss, dass die Projekte von Goldcorp in Mexiko, Guatemala und Honduras für die Gesundheit der Menschen, die Lebensqualität und die Umwelt schädlich sind. Auch das Recht auf Selbstbestimmung der lokalen Gemeinschaften werde verletzt. Die Teilnehmer forderten Goldcorp auf, ihre Tätigkeit in Zentralamerika zu beenden und für Schäden aufzukommen. Zudem sprachen sich die Teilnehmer gegen Behörden in den drei behandelten Ländern aus, weil diese nichts gegen die negativen Auswirkungen unternommen haben.

Goldcorp in Guatemala stellte die Legitimität der Veranstaltung indes in Frage. Die Gesundheit der Menschen sei ein zentrales Anliegen des Unternehmens. Zudem kündigte das Unternehmen an, die Mine Marlin weitere sieben Jahre ausbeuten zu wollen.

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