Venezuela / Politik

Wahlkampf in Venezuela beendet

Venezuelas Regierungspartei PSUV schließt heute Wahlkampf in Caracas. Auftritt von Staatschef Chávez am Vortag

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Unter Jubel empfangen: Chávez und PSUV-Kandidaten
Unter Jubel empfangen: Chávez und PSUV-Kandidaten

Caracas. Der Wahlkampf in Venezuela hat am Mittwoch von Regierungsseite mit einer Großkundgebung seinen Höhepunkt gefunden. Auf der Plaza Sucre im Viertel Catia der Hauptstadt Caracas versammeln sich von neun Uhr morgens an Unterstützer und Aktivisten der regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV). Sie warteten auf Präsident Hugo Chávez, um mit ihm über die Avenida Sucre bis hin zur Plaza O'Leary im historischen Zentrum von Caracas zu ziehen. Am Sonntag stehen in dem südamerikanischen Land die Wahlen zur Nationalversammlung an.

Schon an der Plaza Sucre kamen am Morgen einige Tausend Menschen zusammen, Aktive der Wahlkampagne für die PSUV, auffallend viele Jugendliche aus den umliegenden Armenvierteln, den Barrios, Catia und 23 de Enero, in denen die bolivarischen Revolution über eine starke Basis verfügt.

"Die Kandidaten der PSUV werden uns nicht repräsentieren, sie werden eine Verbindung zum Volk sein, um unsere Partizipation zu garantieren, im Sinne der lebendigen und partizipativen Demokratie, die unser Comandante vorantreibt", sagte gegenüber amerika21.de Marcel Guevara, Vertreter des staatlichen Energieunternehmens Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec).

In den Reden wurde die Bedeutung eines Wahlsieges der Linken hervorgehoben. Nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit können weitere Gesetze zur Stärkung der "Volksmacht" realisiert werden. Falls aber die Opposition siege, würden alle Fortschritte wie die als "Misiones" bekannten Sozialprogramme, die kommunalen Räte und die bolivarischen Milizen wieder rückgängig gemacht werden. Dies haben Oppositionspolitiker bereits angekündigt. Auch könne Venezuela zu einem zweiten Honduras werden - indem die Opposition über die Neubesetzung des Obersten Gerichtshofes den Präsidenten absetzen lässt.

Kurz vor 13 Uhr schließlich taucht unter dem Jubel der Anwesenden ein LKW mit Präsident Chávez und den Kandidaten der PSUV für Caracas auf, unter ihnen Aristóbulo Isturiz, Cilia Flores, Freddy Bernal und Roberto Serra. Die Avenida Sucre, eine der größten Straßen von Caracas, ist mit Menschen gesäumt, die sich dem Konvoi anschließen. Die Stimmung ist kämpferisch. Den ganzen Weg über hört man Songs, die Musikgruppen eigens für die Wahlkampagne eingespielt haben.

Am Ende spricht Hugo Chávez nur kurz. Einer der zurzeit regelmäßigen massiven Regenschauer zur Nachmittagszeit beeinträchtigt das geplante Programm: "An diesem 26. September werden wir eine weitere Seite in der Geschichte schreiben". Chávez rief die bolivarischen Aktivisten auf, "den Triumph auf den Straßen zu verteidigen". Die Opposition hat schließlich schon gedroht, die Wahlergebnisse nicht anzuerkennen – mit allen Konsequenzen. "Sie sagen, dass wir Wahlbetrug begehen werden, aber das ist, was sie immer erzählen. Sie drohen damit, die Ergebnisse nicht anzuerkennen und sagen, dass sie 'guarimbas' (Aktionen zur Destabilisierung, d. Red.) organisieren werden. Also werden wir unseren Triumph verteidigen", so Chávez, der auch der PSUV vorsteht.

Für den heutigen Donnerstag, den letzten offiziellen Tag des Wahlkampfes, hat die PSUV zu einem Sternmarsch aus allen fünf Wahlbezirken von Caracas zur Plaza Venezuela im Stadtzentrum aufgerufen.  Dort wird ein großes Konzert stattfinden.

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