Universitätsstreik und Bauernproteste in Paraguay

Asunción. In Paraguay sind am Dienstag 41.000 Mitarbeiter, Dozenten und Studenten der Universität in einen unbefristeten Streik getreten. Gleichzeitig forderten tausende Bauern bei Protesten eine Förderung der Produktion einheimischer Pflanzensorten und das Verbot der Einführung von transgenem Saatgut.

Der Rektor der Nationaluniversität von Asunción, Pedro González, bestätigte am Montagabend den von allen Fakultäten der Hauptstadt und anderen Filialen in den neun Departements angenommen Streikbeschluss, obwohl die Regierung sich bemüht hatte, den Ausstand zu verhindern.

Auslöser des Streiks, der auch die Universitätsklinik einschließt, war die Einbehaltung eines beträchtlichen Teils des der Universität zugeteilten Budgets durch das Finanzministerium. Auch Zusammenkünfte des Rektors mit dem durch einen Staatsstreich ins Amt gelangten Präsidenten Federico Franco und dem Finanzminister konnten den Beginn des Streiks nicht verhindern.

Am frühen Dienstagmorgen versammelten sich zudem Gruppen von Landarbeitern in der Nähe des Pantheons in Paraguays Hauptstadt, um die von der Regierung ursprünglich zugesicherten staatlichen Mittel für die Erhaltung des einheimischen Saatguts einzufordern.

Wie Teodolinda Villalba, Generalsekretärin des Verbandes, sagte, setzten die Bauern ihre Proteste vor dem Finanzministerium fort. Sie richteten sich ebenfalls gegen die Einführung von transgenem Saatgut durch die Regierung in Absprache mit dem US-Konzern Monsanto.

Als Auslöser beider Proteste gilt die Aufkündigung finanzieller Zusagen durch die Putschregierung von Federico Franco. Die Absprachen zur Haushaltsfinanzierung der Universitäten und der Förderung der einheimischen Landwirtschaft und Viehzucht waren noch unter der legitimen Regierung des Landes unter Präsident Fernando Lugo unterzeichnet worden.

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