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Boliviens Bergleute streiken und blockieren weiter

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Minister Mario Virreira mit Gewerkschaftsführern aus der Mine Colquiri
Minister Mario Virreira mit Gewerkschaftsführern aus der Mine Colquiri

La Paz. Der Dachverband der bolivianischen Gewerkschaften (Central Obrera Boliviana, COB) hat am Mittwoch einen 72-stündigen landesweiten Streik zur Unterstützung der staatlich beschäftigten Bergleute im Gebiet Colquiri begonnen. Der COB steht hinter dieser Gruppe von Bergarbeitern und fordert die vollständige Verstaatlichung der Zink- und Zinn-Minen von Colquiri. Auf der anderen Seite stehen unabhängigen Bergleute, die in Kooperativen zusammengeschlossen sind und die ebenfalls Schürfrechte fordern. In der vergangenen Woche war es am Regierungssitz La Paz zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen gekommen, in deren Verlauf ein Arbeiter starb.

Im Zuge des nun begonnenen Streiks sind mehrere Protestkundgebungen vor dem Regierungssitz und auf dem Murillo-Platz, ein Marsch vom Zentralfriedhof ins Stadtzentrum, Straßensperren sowie ein Fackelzug vorgesehen. Die Filialen des COB in den anderen Departements des Landes organisieren jeweils die dort stattfindenden Aktionen. Die unabhängigen Bergleute haben an verschiedenen Stellen im Land ihrerseits Straßensperren errichtet.

Anfang der Woche hatte die Regierung die Rechte der Kooperativen teilweise anerkannt. Da aber die Bergleute des staatlichen Konzerns Comibol die Rückkehr der unabhängigen Bergleute verhindern, bleibt der Konflikt vorerst ungelöst. Die staatlichen Bergleute wollen zunächst die Basis zu den Lösungsvorschlägen befragen.

Regierungsminister Carlos Romero verwies am Mittwoch darauf, dass die Regierung ein nationalen Minen-Gipfel ausrichten wolle, um die strukturellen und strategischen Aspekte des Bergbaus in Bolivien zu erörtern.

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