Jubiläum von mediCuba: "Kubas Gesundheitswesen hilft Millionen"

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Franco Cavalli, Moderatorin und Amerika21.de-Autorin Barbara Müller, Harald Neuber
Franco Cavalli, Moderatorin und Amerika21.de-Autorin Barbara Müller, Harald Neuber

Zürich. Die Solidaritäts- und Hilfsorganisation mediCuba Suisse hat ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Seit der Gründung der Organisation 1992 haben die rund 1.400 Mitglieder und 3.800 Spender etwa vier Millionen Schweizer Franken (knapp drei Millionen Euro) für den Erhalt und Ausbau des kubanischen Gesundheitswesens gespendet, berichteten führende Vertreter der Organisation.

Zu Beginn der neunziger Jahre habe die Organisation vor allem Materialhilfe geleistet, sagte der Präsident des inzwischen rund einem Dutzend Staaten Europas bestehenden mediCuba-Netzwerks, Christian Jordi. Inzwischen seien die Ländervertretungen in den Bereichen Onkologie, AIDS/HIV-Prävention, Palliativmedizin, Pädiatrie und im wissenschaftlichen Austausch aktiv. "Dabei geht es heute auch um die Unterstützung der Entwicklung von Impfungen und der biotechnologischen Industrie Kubas", sagte Jordi am Samstag bei der Jubiläumsveranstaltung in der "Roten Fabrik" in Zürich im Beisein von über 200 Gästen. Kuba helfe dabei, eine von den multinationalen Pharmakonzernen unabhängige Entwicklung des Gesundheitssystems in den Ländern des Südens zu gewährleisten.

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Die Hilfsorganisation sei für gezielte Hilfen in Kuba gegründet worden, sagte der Onkologe, ehemalige Schweizer Nationalrat und langjährige Vorsitzende der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (IUCC), Franco Cavalli, in einem Fachgespräch mit amerika21.de-Redakteur Harald Neuber. "Wir wussten aber auch, dass Kubas Gesundheitswesen Millionen Menschen in den Ländern des Südens hilft", fügte der renommierte Mediziner an.

Es gebe viele Staaten, darunter auch die Schweiz und Deutschland, die Waffen in alle Welt exportieren, fügte Cavalli an. Kuba "exportiere" hingegen Ärzte und medizinisches Hilfspersonal. "Und wenn Sie in einem entlegenen Gebiet des Globus in einem Katastrophengebiet unterwegs sind und einem Arzt begegnen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er aus Kuba kommt", so Cavalli.

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