Widerstand gegen De-facto-Regierung in Paraguay hält an

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Kundgebung der Putschgegner in der Ortschaft Villarrica
Kundgebung der Putschgegner in der Ortschaft Villarrica

Asunción. Vier Tage nach dem parlamentarischen Staatsstreich gegen den letzten demokratisch gewählten Präsidenten von Paraguay, Fernando Lugo, ist der Widerstand landesweit organisiert und wird über eine eigens eingerichtete Internetseite koordiniert.

Am Dienstag und Mittwoch gab es in zahlreichen Städten und Gemeinden im Landesinneren – unter anderem in Villarrica, Caazapá, Caaguazú, Ciudad del Este, San Juan, San Pedro, Conceptión und Guairá – friedliche Kundgebungen, an denen tausende Menschen, vor allem aus den ärmeren Bevölkerungsschichten, teilnahmen.

Auf den Manifestationen sprachen Mitglieder der Vereinigung Frente Guasú, unter deren Leitung die Widerstandsbewegung koordiniert wird, sowie Funktionäre anderer politischer Strömungen und sozialer Bewegungen. Teilnehmer der Kundgebungen protestierten über ein offenes Mikrofon gegen die neue politische Führung des Landes. Für die nächsten Tage sind weitere Kundgebungen, aber auch Sperrungen der wichtigsten Fernverkehrsstraßen in Paraguay vorgesehen.

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Der De-Facto-Präsident Federico Franco versucht indes, die Wogen zu glätten. Auf der Eröffnungsfeier einer Düngemittelfabrik der staatlichen Ölgesellschaft Petropar versprach er den zuliefernden Kleinbauern eine "Bonuszahlung der Regierung" von 15.000 Guaranis (rund 2,54 Euro). Die Zulieferer würden dann für die Tonne Zuckerrohr umgerechnet knapp 34 Euro erhalten. Das Versprechen Francos sei von Anwesenden mit Beifall quittiert worden.

Eine für Mittwoch von Francos liberaler Partei PLRA angesetzte Großdemonstration wurde indes abgesagt. Als Begründung wurde die Befürchtung von Unruhen angegeben, die durch eingeschleuste Provokateure entstehen könnte. Tatsächlich werden die großen Plätze nach wie vor von Gegnern der neuen Regierung gehalten, so dass es bei Franco-treuen Mobilisierungen wahrscheinlich zu Zusammenstößen gekommen wäre.

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