Kontroverse über Pressefreiheit auf SIP-Tagung in Spanien

Cádiz, Spanien. Während der halbjährlich stattfindenden Sitzung der Interamerikanischen Pressevereinigung (SIP) ist es am Sonntag in der spanischen Hafenstadt Cádiz zu einer Kontroverse über die Beurteilung der Pressefreiheit unter den linksgerichteten Regierungen in Venezuela, Bolivien und Ecuador gekommen.

Während Allan Brewer Carías von der Columbia University in New York die linksgerichteten Regierungen kritisch beurteilte, verteidigte Podiumsteilnehmer Roberto Viciano die Verfassungen in besagten Staaten. Die Grundgesetze seien im weitesten Sinne vergleichbar mit Verfassungen "gefestigter Demokratien". Zudem dürfe in der Debatte über Pressefreiheit nicht missachtet werden, dass in Staaten wie Honduras, Kolumbien oder Mexiko weitaus mehr Übergriffe gegen Journalisten stattfinden.

Selbst nach offiziellen Zahlen der Interamerikanischen Menschenrechtsorganisation, einem Gremium der Organisation Amerikanischer Staaten, seien im Jahr 2010 in Mexiko 13 Journalisten ermordet worden, während in Kolumbien zwei und in Honduras neun Medienschaffende ihr Leben verloren, sagte der Verfassungsrechtler Viciano von der Universität im spanischen Valencia.

Im gleichen Zeitraum habe es keine Morde an Journalisten in Venezuela und Bolivien gegeben, in Ecuador sei eine solche Tat aktenkundig geworden, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur.

Die SIP ist eine Organisation von Medienunternehmern, die dezidiert kritische Positionen gegenüber linksgerichteten Staaten wie Kuba, Venezuela, Bolivien oder auch Ecuador einnimmt. An der Halbjahrestagung in Cádiz nahmen 300 führende Vertreter von Medien teil, die meisten von ihnen kamen aus Lateinamerika und den USA.

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