Trockenheit: Regierung in Paraguay ruft Ernährungsnotstand aus

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Ausgetrocknete Landschaft
Die Trockenheit gefährdet nun auch in Paraguay die Ernährungssicherheit.

Asunción. Die Regierung Paraguays hat am 17. Januar aufgrund einer lang anhaltenden Trockenheit für 90 Tage den Ernährungsnotstand ausgerufen. Mit dieser Maßnahme soll vor allem die Unterstützung indigener und kleinbäuerlicher Gemeinden ermöglicht werden, die unter der anhaltenden Dürre besonders zu leiden haben, so die Regierung. In weiten Teilen des Landes hat es mehr als zwei Monate lang nicht geregnet.

Nach Angaben des Vizeministers für Landwirtschaft, Andrés Werlhe, sind acht von 17 Provinzen von der Dürre betroffen. Man rechne derzeit mit einem Ernteausfall von teilweise bis zu 40 Prozent. Von den Nothilfen ausgeschlossen sind Bauern, die Produkte für den Export anbauen.

Die Nationale Koordinationsstelle der Nothilfe für Bauern und Indigene begrüßte den Schritt, mit dem die Lieferung von Mais, Bohnen und Maniok in 313 bäuerliche und indigene Gemeinden verbunden ist. "In etwa zehn Tagen werden wir die Schäden an den für die Selbstversorgung der Kleinbauernfamilien vorgesehenen Anbaukulturen genau beziffern können", sagte indes Landwirtschaftsminister Enzo Cardozo.

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Marcial Gómez, einer der Leiter des zum linken Spektrum gehörenden Nationalen Bauernverbandes FNC (Federación Nacional Campesina) sagte, dass vor allem die Verwaltungsbezirke San Pedro und Canindeyú von der Dürre betroffen sind.

Kritik an der Maßnahme kam von der Produzentenvereinigung (Unión de Gremios de la Producción). Deren Präsident, Héctor Cristaldo, warf Präsident Lugo vor, im Wahljahr 2012 eine Politik nur zugunsten einiger von der Dürre betroffener Sektoren zu machen. Die Regierung hatte im Dekret erklärt, es gehe vorgeblich darum, "das Grundrecht aller Personen auf Schutz vor Hunger und Unterernährung“ zu garantieren.

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