Brasilien / Politik

Lula beginnt Krebstherapie

São Paulo. Luiz Inácio "Lula" da Silva hat mit einer Krebstherapie begonnen. Beim ehemaligen Präsidenten Brasiliens war kürzlich Kehlkopfkrebs diagnostiziert worden. Nun wurde er am Wochenende in das syrisch-libanesische Krankenhaus von São Paulo eingeliefert. Die behandelnden Ärzte räumten dem Politiker der brasilianischen Arbeiterpartei (PT) jedoch gute Heilungschancen ein. "Die Krebsart des Ex-Präsidenten kommt am häufigsten vor", sagte der Chirurg Luiz Paulo Kowalski bei einer Pressekonferenz, wie der Nachrichtensender Telesur berichtet. Der Tumor habe ein mittleres Aggressionsniveau und reagiere gut auf die Behandlung. Ein chirurgischer Eingriff sei vorerst nicht nötig, so Kowalski.

Lula gehört damit zu einer Reihe amtierender und ehemaliger lateinamerikanischer Staatschefs, bei denen eine Krebserkrankung festgestellt worden ist. Seine im vergangenen Oktober gewählte Nachfolgerin Dilma Rousseff musste sich etwas mehr als ein Jahr vor ihrer Wahl wegen eines Lymphdrüsenkrebses behandeln lassen. Auch ihr Amtskollege in Paraguay, Fernando Lugo, unterzog sich wegen eines Lymphdrüsenkrebses einer Therapie. Beide gelten heute als geheilt. Im Juni dieses Jahres wurde dem Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez, ein Tumor im Hüftbereich entfernt. Nach vier Chemotherapiezyklen erklärte auch er den Krebs für besiegt. Nach Angaben der US-Botschaft in Brasilien hatte auch der Präsident Boliviens, Evo Morales, einen Tumor. Er sei ihm aus der Nase entfernt worden, meldete die Botschaft in geheimen Depeschen, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden. Der Staatschef dementierte jedoch, an Nasenkrebs gelitten zu haben.

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