Chile: Polizisten nach Todesschuss auf Demonstranten entlassen

Santiago de Chile. Am Dienstag wurden in Chile neun Polizisten mit unterschiedlich hohen Diensträngen im Zusammenhang mit den Todesschüssen auf den jugendlichen Demonstranten Manuel Gutiérez vom Dienst suspendiert. Unter ihnen befindet sich der Chef der Präfektur in deren Zuständigkeitsbereich der Stadtteil Macul liegt, in dem die Tat begangen wurde, sowie ein ihm untergeordneter Kommissariatsleiter. Der Polizist, der den Schuss abfeuerte, sitzt in Untersuchungshaft. Die chilenische Polizei hatte zunächst geleugnet,  etwas mit dem Tod Gutiérez' zu tun zu haben, räumte aber wenig später ein, ein Carabinero habe den Schuss aus seiner "UZI", einem Schnellfeuergewehr, abgegeben.

Der Jugendliche wurde am 25. August, während einer Demonstration anlässlich des zweiten nationalen Streiktags aus einem Fahrzeug heraus erschossen, ein weiterer wurde schwer verletzt. Zeugen berichteten, dass der Schuss eindeutig von einem Polizisten abgegeben worden sei. Nach der Erschießung gab es chileweit Demonstrationen und Trauermärsche. Der Studierendenverband FECH hatte den Rücktritt von Innenminster Rodrigo Hinzpeter gefordert und verlangt, dass die Tat nicht ungestraft bleiben dürfe.

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