100.000 Unterschriften gegen Staudammprojekt in Chile

Santiago de Chile. Am Montag hat in Chile der Senatspräsident Guido Girardi gemeinsam mit verschiedenen sozialen und umweltpolitischen Organisationen die ersten 100.000 Unterschriften gegen das Staudammprojekt HidroAysén an die Regierung übergeben. Zuvor marschierten er und andere Kongressabgeordnete in einer Demonstration durch das Zentrum der Hauptstadt Santiago bis zum Regierungspalast. Einheiten der Polizei versuchten die Gruppe aufzuhalten und ihnen die Transparente zu entreißen.

Die Initiative ging von der Bürgerbewegung "Aqui la gente" aus, die bislang durchschnittlich 3.500 Unterschriften pro Tag sammelte. Ziel sind eine Million Unterschriften. Die Gegnerinnen und Gegner des umstrittenen Megaprojektes fordern damit einen Volksentscheid.

Mitte Mai hatte eine von der Regierung beauftragte Kommission das Projekt HidroAysén der Energieriesen Endesa und Colbún bewilligt, das den Bau von fünf Stauseen in Patagonien vorsieht, die durch geplante Überflutungen und Abholzungen eines der weltweit größten Naturschutzgebiete zerstören würden. Nach dem Beschluss brandeten in dem südamerikanischen Land Massenproteste gegen das Projekt auf, das momentan durch eine Verfahrensklage bis zur Prüfung der Vorwürfe auf Eis liegt. Das Bewilligungsverfahren gilt bei Kritikern als manipuliert und untransparent.

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