Eduardo Frei: "Chile am Rande der Unregierbarkeit"

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Kritisiert Regierung: Ex-Präsident Frei
Kritisiert Regierung: Ex-Präsident Frei

Santiago de Chile. Der christdemokratische Ex-Präsident von Chile, Eduardo Frei, hat in harten Worten den Umgang der amtierenden Regierung unter Sebastian Piñera mit den andauernden Studierendenprotesten kritisiert. Bei den seit gut zwei Monaten dauernden Studierendendemonstrationen war es zuletzt zu gewaltsamen Übergriffen von Polizeikräften gekommen, von denen auch die deutsche Schule in der nordchilenischen Stadt Arica betroffen war. Die Situation war eskaliert, nachdem die Behörden die Proteste verboten hatten.

Nun mischte sich der Christdemokrat Frei in die Debatte ein. Piñera begreife die Regierung als Unternehmen, kritisierte er den Führungsstil des umstrittenen Staatschefs: "Er wechselt seine Minister jede Woche, tritt im Fernsehen auf, ändert seine Meinung drei bis vier Mal täglich und er handelt vor allem wenig transparent", so Frei, der Chile im Rahmen des Parteibündnisses Concertación von 1994 bis 2000 regierte. Nach den vergangenen Wochen befinde sich Chile "am Rande der Unregierbarkeit", fügte der konservative Politiker in einem Interview mit der argentinischen Tageszeitung La Nación an.

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