Honduras: Morde an Journalisten werden nicht untersucht

Tegucigalpa. Der stellvertretende honduranische Sicherheitsminister Armando Calidonio hat am Mittwoch im Interview mit einem regierungsnahen Fernsehsender die Verantwortung für die Morde an zehn Journalisten im vergangenen Jahr 2010 zurückgewiesen. "Ich bürge persönlich dafür, dass neun dieser Fälle nichts mit der Ausübung des Berufes zu tun hatten", sagte der Funktionär der international nicht anerkannten Regierung von Staatschef Porfirio Lobo.

Zudem gab Calidonio an, dass die Polizeibehörden aufgrund technischer und finanzieller Beschränkungen nicht in der Lage seien, die Mehrheit der Morde an Journalisten aufzuklären. Die Opfer standen fast durchgehend der Demokratiebewegung nahe, die sich nach dem Putsch gegen die letzte demokratisch Regierung des mittelamerikanischen Landes Ende Juni 2009 gebildet hatte. Mehrere der Mordopfer hatten mit Recherchen über korrupte Machenschaften führender Akteure in Wirtschaft und Politik auf sich Aufmerksamkeit gemacht. Indes berichtete der Direktor des regierungskritischen Fernsehsenders Canal 36, Esdras Amado López, wie ihn Oberst Rodolfo Méndez aus einem Wagen heraus filmte und mit einer Pistole bedrohte.

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