Guatemala / Umwelt

Guatemala erklärt höchste Alarmstufe Rot nach Ausbruch des Feuervulkans

Am Dienstag rief Katastrophenschutz in drei Departamentos Notfall aus. 1.400 Menschen wurden vorsorglich evakuiert. Asche beeinträchtigt Hunderttausende

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Straßensperre am Fuß des Feuervulkans in Guatemala
Straßensperre am Fuß des Feuervulkans in Guatemala

Guatemala-Stadt. Die guatemaltekische Koordinierungsstelle für Katastrophenschutz (Conred) hat in den drei Departamentos Sacatepéquez, Chimaltenango und Escuintla die Alarmstufe Rot ausgerufen. Der Feuervulkan (Volcán de Fuego) befindet sich in einer kritischen, explosiven Phase, die eine dringende Evakuierung der Bevölkerung in der Nähe des Vulkans erforderlich macht.

Die Exekutivsekretärin des Katastrophenschutzes, Claudinne Ogaldes, erklärte auf einer Pressekonferenz, mit der Maßnahme solle verhindert werden, dass Personen zu Schaden kommen. Sie stellte klar, dass die Gemeinden, für die die Alarmstufe Rot gilt, ihre Handlungsfähigkeit nicht verloren hätten, die Evakuierung jedoch dringend erforderlich sei.

Ogaldes betonte, dass der Katastrophenschutz weiterhin aktiv sei und in allen drei Departamentos eine koordinierte Hilfe gewährleiste. Alle beteiligten Institutionen würden die Hilfe mit Teams für strategische Einsätze und Sofortmaßnahmen kanalisieren.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (Insivumeh), Edwin Rojas, teilte mit, dass der Feuervulkan in eine explosivere Phase eingetreten sei. Der Aschefall und die Explosionen würden noch etwa 72 Stunden andauern, erklärte er.

Aufgrund der zunehmenden vulkanischen Aktivität haben die Behörden auch den Zugang zum Vulkan Acatenango vorübergehend eingeschränkt. Dadurch soll die Sicherheit von Touristen, Reiseleitern und den umliegenden Gemeinden gewährleistet werden. Das guatemaltekische Tourismusinstitut (Inguat) bekräftigte das Verbot, den Feuervulkan zu besteigen.

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Das Exekutivsekretariat des Katastrophenschutzes wies Reisebüros, lokale Reiseleiter und Besucher an, Touren zum Feuervulkan und zum benachbarten Vulkan Acatenango auszusetzen und die behördlichen Anordnungen zu befolgen. Die Einschränkungen bleiben bis auf Weiteres in Kraft, während die ständige Überwachung fortgesetzt wird.

Derzeit sind fünf Notunterkünfte in Escuintla und Sacatepéquez in Betrieb, in denen rund 1.400 evakuierte Menschen untergebracht sind. Die evakuierten Personen werden vom Ministerium für soziale Entwicklung (Mides) mit warmen Mahlzeiten und umfassender Betreuung versorgt.

Die offizielle Bilanz beläuft sich auf 29.000 betroffene Einwohner und 18 direkt betroffene Gemeinden. Vorläufige Daten zur Ausbreitung der Asche zeigen, dass die Aschewolke bis zur 95 Kilometer entfernten Ortschaft Retalhuleu reicht und bisher insgesamt 618 Ortschaften, 488 Schulen, 65 Gesundheitszentren und etwa 389.000 Personen beeinträchtigt.

Der nur rund 35 Kilometer südwestlich von Guatemala-Stadt gelegene Feuervulkan zeigt häufig vulkanische Aktivität. Die aktuelle Eruptionsphase hat die Erinnerung an die Tragödie vom 3. Juni 2018 wieder aufleben lassen. Damals forderte ein heftiger Ausbruch gemäß offizieller Bilanz 202 Tote und 229 Vermisste.