Bogotá. Die kolumbianische Regierung hat erklärt, dass die Friedensgespräche mit dem Clan del Golfo weiterbestehen. Trotz einer angekündigten Pause seien die Verhandlungen nicht abgebrochen worden. Der Dialog bleibe Teil der Friedensstrategie von Präsident Gustavo Petro.
Hintergrund der Spannungen ist ein Treffen von Petro mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus Anfang Februar (amerika21 berichtete). Dabei vereinbarten beide Regierungen eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel und bewaffnete Gruppen. Petro habe Namen von führenden Paramilitärs bekannt gegeben, wurde berichtet. Kritiker:innen sehen darin eine stärkere militärische Ausrichtung der Sicherheitspolitik.
Der Clan del Golfo reagierte darauf mit der Ankündigung einer "vorübergehenden Pause" seiner Teilnahme an den Gesprächen. In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung auf der Plattform X betonte die Organisation jedoch, sie bleibe dem Friedensprozess verpflichtet. Zugleich kritisierte sie aber den "konfrontativen Ton" einzelner Regierungsvertreter:innen und rief die Bevölkerung dazu auf, sich "nicht von Aufrufen zu Krieg und Gewalt beeinflussen zu lassen".
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Die Friedensgespräche finden seit 2025 in Doha in Katar statt. Beteiligt sind Vertreter:innen der kolumbianischen Regierung, Delegierte des Clans del Golfo sowie internationale Vermittler:innen und Beobachter:innen. Ziel ist es, die Gewalt in den ländlichen Regionen zu reduzieren und Voraussetzungen für eine schrittweise Entwaffnung zu schaffen. Konkrete Fortschritte gab es bislang nur begrenzt.
Der Clan del Golfo ist aus paramilitärischen Strukturen hervorgegangen und gilt als größter Drogenexporteur Kolumbiens. Schätzungen zufolge kontrolliert er rund 45 Prozent des Kokaanbaus, ist im illegalen Bergbau aktiv und verfügt über bis zu 10.000 Mitglieder. Menschenrechtsorganisationen werfen der Gruppe schwere Verbrechen vor.


