Bogotá/Washington. Die US-Streitkräfte haben am Donnerstag in internationalen Gewässern im östlichen Pazifik in der Nähe der Küste Kolumbiens erneut ein Boot angegriffen, das nach Angaben des U.S. Southern Command (Southcom) auf bekannten Drogenhandelsrouten unterwegs gewesen sei. Bei dem militärischen Schlag wurden zwei Menschen getötet.
Die kolumbianische Regierung unter Präsident Gustavo Petro hat die militärischen Schläge der USA gegen mutmaßliche Drogenboote in der Vergangenheit wiederholt verurteilt und als Verstoß gegen internationales Recht kritisiert. Außenamt und Regierung bezeichneten die Tötung von Menschen ohne gerichtliches Verfahren als "extraterritoriale Todesstrafe" und forderten Washington auf, die Angriffe zu beenden und internationale Normen zu respektieren.
Das Pentagon bezeichnete die Besatzung als "Narco-Terroristen" und erklärte, sie seien Teil eines Netzwerks des Drogenhandels gewesen. Das US-Militär veröffentlichte ein Video, das das Boot in Flammen zeigt. Der Angriff ist Teil der seit September 2025 laufenden Operation Southern Lance, mit der die Regierung der USA das maritime Drogenschmuggelnetzwerk in der Karibik und im Pazifik bekämpfen will. Der jüngste Angriff auf ein Schiff war der erste unter dem neuen Kommandeur des Southcom, General Francis Donovan, der kurz zuvor sein Amt übernommen hatte.
Sie schätzen unsere Berichterstattung?
Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik. Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.
Nach offiziellen Angaben wurden seit September 2025 mindestens 119 Menschen bei ähnlichen Angriffen getötet. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat in keinem Fall bisher Belege für Drogenfracht oder die Identität der Opfer vorgelegt. Begründet wurde die Angriffe von US-Seiten mit angeblicher Verstrickung der Regierung von Venezuela in den Drogenhandel. Mit der gleichen Begründung war Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar von US-Einheiten entführt worden, seitdem hatte es zunächst keine Angriffe auf Boote mehr gegeben.
Menschenrechtsexperten kritisieren die Praxis und stellen die rechtliche Grundlage für tödliche Angriffe in internationalen Gewässern infrage. Die kolumbianische Seite hat bislang keine offizielle Stellungnahme zudem aktuellen Vorfall veröffentlicht.


