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Korruptionsvorwurf gegen Trump wegen Öl aus Venezuela

Erster Öl-Verkauf ging an Spender von Trumps Wahlkampagne. Schweizer Firma profitiert davon

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US-Präsident Donald Trump beim Treffen mit Ölkonzernen am 9. Januar 2026
US-Präsident Donald Trump beim Treffen mit Ölkonzernen am 9. Januar 2026

Washington. Die US-Regierung hat zum ersten Mal seit der Festnahme von Nicolás Maduro venezolanisches Öl an die Firma Vitol verkauft. Der Deal hatte ein Volumen von rund 250 Millionen US-Dollar. Das in Genf ansässige Handelsunternehmen unterhält einen US-Sitz in Houston und einer seiner leitenden Händler, John Addison, spendete laut Medienberichten sechs Millionen US-Dollar an die Wahlkampagne von Donald Trump im Jahr 2024.

Die US-Senatoren der Demokraten Chris Murphy und Cory Booker kritisierten das Geschäft als Korruption und Machtmissbrauch, berichtet das progressive journalistische US-Portal Common Dreams. "Trump hat Venezuelas Öl mit Waffengewalt an sich gerissen und es einem seiner größten Wahlkampfspender überlassen", schrieb Murphy.

Die Erlöse aus dem Ölverkauf sollen in Katar verwahrt werden. Booker sieht darin das Risiko eines intransparenten Fonds ohne ausreichende Kontrolle. "Nachdem Trump Venezuela illegal und verfassungswidrig angegriffen hat, verkauft er nun venezolanisches Öl über einen Wahlkampfspender und leitet die Erlöse auf ein Offshore-Konto in Katar weiter", klagte der US-Senator.

Booker warnte auch davor, dass Trump so einen Geldtopf ohne Kontrolle oder Rechenschaftspflicht für sich selbst und seine Verbündeten schaffe. "Sein anhaltender Machtmissbrauch dient weder dem venezolanischen noch dem US-amerikanischen Volk – und er senkt sicherlich nicht die Kosten für die US-Amerikaner." Der Vorfall sei ein weiterer Hinweis auf die "ungebremste Korruption" von Trump, da er Gesetze ignoriere "und seine Freunde, Spender und sich selbst bereichert", so Booker weiter.

Vitol wird zudem wegen einer Vorgeschichte von Bestechungsfällen kritisiert. Laut Senator Murphy habe die Rohstoffhandelsfirma eine "kriminelle Vergangenheit bei der Bestechung ausländischer Regierungen".

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Im Jahr 2020 stimmte Vitol Inc. zu, über 135 Millionen US-Dollar zu zahlen, um Vorwürfe wegen Verstößen gegen das US-Anti-Bestechungsgesetz beizulegen. Die Firma soll in Brasilien, Ecuador und Mexiko Beamte bestochen haben, um sich unrechtmäßige Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Die Financial Times berichtete, dass Addison an einem Treffen mit Ölmanagern im Weißen Haus teilnahm, wobei er Trump versprach, "dass Vitol venezolanisches Öl für die USA zum bestmöglichen Preis beschaffen würde, 'damit Sie dank Ihres Einflusses auf die Venezolaner bekommen, was Sie wollen'".

Neben Vitol gäbe es andere Firmen, die über die US-Deals von Trump mit dem Öl von Venezuela profitieren könnten, so Common Dreams. Das Unternehmen Elliott Investment Management des Milliardärs Paul Singer steuere auf die Übernahme von Citgo, den US-Raffinerien im Besitz des venezolanischen Staatsunternehmens PDVSA, zu. Nur die Citgo-Raffinerien seien für die Verarbeitung des neu verfügbaren schweren venezolanischen Rohöls in Benzin ausgerüstet, was ein rentables Geschäft für Elliott darstelle, berichtet The Washington Post.

Vitol sei nicht das einzige Schweizer Unternehmen, das sich zum Komplizen des US-Präsidenten und dessen "völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela" mache, prangert die Nichtregierungsorganisation Public Eye an. Auch die Rohstoffhandelsfirma Trafigura habe ein Auge auf die Geschäfte von Trump mit venezolanischem Öl geworfen. Das Unternehmen sei "im Gespräch" mit der US-Regierung, sagte der globale Leiter für das Ölgeschäft von Trafigura, Ben Luckock, bei Bloomberg: "Mit Politik haben wir nichts zu tun."