Kuba / Politik

Nach Entführung von Maduro: Kuba bereitet sich auf den Ernstfall vor

Der Nationale Verteidigungsrat billigte Maßnahmen für den Kriegsfall. Havanna spricht von Routine im Rahmen des Verteidigungstages

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Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates (CDN) unter Vorsitz von Präsident Miguel Díaz-Canel
Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates (CDN) unter Vorsitz von Präsident Miguel Díaz-Canel

Havanna. Der kubanische Nationale Verteidigungsrat (CDN) hat am Samstag "Pläne und Maßnahmen für den Übergang in einen Kriegszustand" überprüft und genehmigt. Die Zusammenkunft erfolgte nach offiziellen Angaben "in Erfüllung der für den Verteidigungstag vorgesehenen Aktivitäten mit dem Ziel, das Niveau der Vorbereitung und den Zusammenhalt der Führungsorgane und des Personals zu erhöhen und zu verbessern", wie der Verteidigungsrat in einer Mitteilung erklärte.

Die Maßnahme sei Teil der regelmäßigen Aktualisierung der Verteidigungsdoktrin des "Kriegs des gesamten Volkes", wie die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtete. Dabei handelt es sich um administrative und präventive Schritte zur Aktualisierung von Handbüchern für Logistik, Mobilisierung und Verteidigung, damit das Land im Fall einer Aggression vorbereitet ist.

Revolutionsanführer Raúl Castro Ruz sei "über den Verlauf der Aktivität auf dem Laufenden gehalten" worden und habe die Sitzung als "gut und effizient" bewertet, heißt es in der knappen Note.

In sozialen Netzwerken und oppositionellen Medien sorgte die Meldung am Sonntag für Schlagzeilen über einen angeblichen "Übergang Kubas in den Kriegszustand".

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Tatsächlich war das Treffen dazu da, Maßnahmen für den Fall eines solchen zu überprüfen – also Pläne, die umgesetzt würden, falls das Land angegriffen würde. "Es gibt in der Mitteilung keinen Raum für die Schlussfolgerung, dass der CDN 'den Übergang in den Kriegszustand genehmigt hat'", stellte der venezolanische Sender Telesur in einer Analyse der Berichterstattung klar.

Kuba hat bereits seit den US-Angriffen auf Caracas und der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduros erste Verteidigungsvorbereitungen getroffen. In den Tagen unmittelbar nach dem Angriff, bei dem auch 32 kubanische Soldaten ums Leben kamen, fanden in mehreren Provinzen Zivilverteidigungsübungen statt. Am 10. Januar wurden schließlich landesweite Zivilverteidigungsübungen abgehalten.

"Kuba bleibt in Friedenszeiten und konzentriert sich auf seine Probleme. Es sucht keinen Krieg, ist aber nicht wehrlos", stellte Telesur fest. Die kubanischen Medien selbst hielten sich mit Klarstellungen zurück.

US-Präsident Donald Trump hatte Kubas Regierung am 11. Januar aufgefordert, mit ihm einen "Deal" zu machen, bevor es "zu spät" sei.