Caracas/Bogotá/Washington. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat mit einer Stellungnahme auf die angedrohte Sperrung des venezolanischen Luftraums durch US-Präsident Donald Trump reagiert. Petro betonte, die USA hätten "kein Recht, den venezolanischen Luftraum zu schließen", und ordnete die Wiederaufnahme ziviler Flüge in das Nachbarland an.
"Kolumbien nimmt den zivilen Flugverkehr mit Venezuela wieder auf und fordert die Welt auf, es ihm gleichzutun. Es ist Zeit für Dialog, nicht für Barbarei", schrieb Petro auf dem Kurznachrichtendienst X.
Am vergangenen Samstag hatte Trump den Luftraum Venezuelas für "geschlossen" erklärt. Aufgrund US-amerikanischer Drohungen und offizieller Warnungen der US-Luftfahrtbehörde, wonach ein Risiko für Flugzeuge "auf allen Flughöhen" aufgrund militärischer Aktivitäten der Vereinigten Staaten bestehe, hatten bereits zuvor mehrere internationale Airlines ihre Verbindungen von und nach Venezuela eingestellt (amerika21 berichtete). Als Reaktion entzog die venezolanische Luftfahrtbehörde einigen dieser Fluggesellschaften die Betriebslizenzen.
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Inzwischen scheinen die USA zumindest in einem Bereich Flüge nach Venezuela wieder zuzulassen: Die Eastern Airlines LLC soll wöchentlich zwei Flüge aus Phoenix (Arizona) nach Caracas durchführen, um venezolanische Staatsangehörige in das südamerikanische Land zurückzuführen. Trump hatte auch diese Ausschaffungsflüge mit seiner "Luftraumschließung" ausgesetzt, zuletzt aber um eine Wiederaufnahme ersucht. Venezuelas Regierung hat die entsprechenden Fluglizenzen bereits erteilt. Venezuela betreibt ein staatliches Programm unter dem Namen "Rückkehr ins Heimatland" (Vuelta a la Patria), mit dem venezolanische Migrant:innen bei der Rückreise unterstützt werden.
Während Kolumbien unter Petro seit mehreren Wochen die Politik Trumps gegen Venezuela und die außergerichtliche Tötung von angeblichen "Drogenschmuggler:innen" auf hoher See kritisiert, hat sich nun auch Brasiliens regierende Arbeiter:innenpartei (PT) in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie drückte ihre "Besorgnis" über die "Eskalation der Spannung seitens der USA gegen die Bolivarische Republik Venezuela" aus und warnte vor "schwerwiegenden Auswirkungen auf die regionale Stabilität". Die PT betonte weiter, dass Lateinamerika eine Zone des Friedens, des Dialogs und der Zusammenarbeit bleiben müsse. Jegliche unilateralen militärischen Aktionen gegen venezolanisches Territorium würden gegen das Völkerrecht und den Grundsatz der Souveränität der Staaten verstoßen.
Indessen droht Trumps Regierung wegen der Bombardierung von Booten im Karibischen Meer und im Pazifik auch im eigenen Land Ungemach. So wurde insbesondere Kriegsminister Pete Hegseth öffentlich kritisiert, weil er im September befohlen haben soll, Überlebende eines US-Militärangriffs durch einen zweiten Angriff zu töten. Der demokratische Kongressabgeordnete Chris Murphy sprach von einer "illegalen, äußerst unmoralischen Handlung" und forderte den Rücktritt des Kriegsministers. Hegseth selbst verneinte, den direkten Befehl zum tödlichen Angriff auf möglicherweise verletzte Überlebende gegeben zu haben, drückte aber seine "100-prozentige Unterstützung" für den für die Operation verantwortlichen Admiral Frank M. Bradley aus, den er als "amerikanischen Helden" bezeichnete.


