Frankfurt am Main. Am Mittwochabend haben sich etwa 40 Demonstranten vor dem ehemaligen venezolanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main versammelt, um gegen das Vorgehen der USA gegenüber dem südamerikanischen Land zu demonstrieren. Es war die erste solche Kundgebung in Deutschland seit dem Beginn der US-Angriffe gegen Fischer in der Karibik in den letzten Monaten.
Die Kundgebung mit dem Namen "Hände weg von Venezuela! Stoppt Trumps Angriff gegen Venezuela!" wurde von Einzelpersonen aus der Solidaritätsbewegung für Lateinamerika, Gewerkschaften und Parteien initiiert. Ein vielfältiges Bündnis von Organisationen, wie z. B. die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba, und Friedensbewegten folgte schließlich dem Aufruf gegen Kriegsdrohung und Sanktionspolitik.
Der Anmelder der Kundgebung und Vorsitzender des Jugendbündnisses im BSW (JSW) in Hessen, Robert Kohl Parra, betonte in seinem Wortbeitrag, dass es den USA nicht um den Krieg gegen Drogen gehe, sondern darum, den Druck gegen Venezuela zu erhöhen und so einen Regimewechsel herbeizuführen. Seit der Wahl von Hugo Chávez und der Vergesellschaftung der natürlichen Ressourcen des Landes würden die USA immer wieder versuchen, die bolivarische Revolution zu stürzen, um die Kontrolle über das Öl und Gas des Landes zurückzuerlangen.
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Esteban Neira, Mitorganisator der Kundgebung und Gewerkschaftssekretär bei der IG Bau, kritisierte die extralegalen Tötungen der USA in der Region und freute sich über eine breite Beteiligung an der Kundgebung, auch von lateinamerikanischen Migranten. Auf der Versammlung meldeten sich auch in Deutschland lebenden Mitglieder der griechischen Partei Mera25 und der Revolución Ciudadana aus Ecuador zu Wort.
Die Schließung des Generalkonsulats in der Eschersheimer Landstraße war neben den Sanktionen und den Militärschlägen ein wiederkehrendes Thema auf der Versammlung. Nach Angaben des ehemaligen Generalkonsuls der bolivarischen Republik Venezuelas, Jimmy Chediak, wurde das Generalkonsulat vor einigen Monaten vorübergehend geschlossen. Als Gründe nannte er die westlichen Sanktionen gegen Venezuela. So führte zum Beispiel der Ausschluss des Landes aus dem internationalen Bezahlsystem Swift dazu, dass Zahlungen für Gehälter von Mitarbeitern immer schwieriger würden. Des Weiteren führte die Blockadepolitik der USA und der EU zu einer merklichen Abnahme der Wirtschaftsaktivität zwischen Deutschland und Venezuela.
Die Solidaritätsbewegung mit Venezuela in Frankfurt am Main werde die Lage in der Karibik weiter kritisch begleiten und im Falle weiterer Eskalationen durch die USA gegenüber dem Land zu weiteren Aktionen auf der Straße aufrufen, hieß es auf der Kundgebung.


