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Trump erwägt Gespräche mit Venezuelas Präsidenten

US-Staatschef stellt Annäherung zu Maduro in Aussicht. Äußerung folgt auf wachsende Spannungen in der Karibik. Die genauen Absichten der USA bleiben unklar

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Trotz möglicher Gespräche zwischen Trump und Maduro sind Armee und Milizen in Venezuela verteidigungsbereit
Trotz möglicher Gespräche zwischen Trump und Maduro sind Armee und Milizen in Venezuela verteidigungsbereit

Caracas/Washington. Während die USA die Drohkulisse gegenüber Venezuela immer weiter ausbauen, hat sich US-Präsident Donald Trump zu einem eventuellen Dialog geäußert. "Wir werden möglicherweise Gespräche mit Maduro führen, und wir werden sehen, wie das ausgeht", erklärte Trump am Sonntag vor der Presse. "Sie würden gerne reden", fügte er hinzu. Weitere Details nannte er nicht.

Nachdem der weltgrößte Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, vergangene Woche das Operationsgebiet des US-Südkommandos in Lateinamerika erreicht hatte, haben die Spannungen zwischen den USA und Venezuela nochmals zugenommen. Trump und hochrangige Regierungsfunktionär:innen besprachen laut Medienberichten in mehreren Treffen mögliche militärische Optionen. Am Freitag erklärte Trump, er habe bezüglich des weiteren Vorgehens gegenüber Venezuela eine Entscheidung getroffen, werde diese aber nicht mitteilen. Seine jüngsten Äußerungen reihen sich in teilweise widersprüchliche Aussagen der letzten Monate ein, die mal auf ein direktes militärisches Vorgehen gegen Ziele innerhalb Venezuelas und mal auf die Vermeidung eines Krieges hindeuten.

Ebenfalls am Sonntag kündigte US-Außenminister Marco Rubio an, das sogenannte Sonnenkartell auf eine Liste ausländischer Terrororganisationen zu setzen. Bereits Anfang August hatte die US-Regierung das vermeintliche venezolanische Kartell, das Expert:innen allenfalls als loses Netzwerk ohne feste Hierarchien beschreiben, offiziell als terroristisch eingestuft. Die neue Klassifizierung, die am 24. November in Kraft tritt, ist weitreichender und könnte direkte Angriffe auf Ziele in Venezuela legitimieren. Die US-Regierung behauptet, Nicolás Maduro persönlich führe die Gruppierung an, die venezolanische Regierung bezeichnet das Kartell als eine "Erfindung der USA".

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Angesichts der Bedrohung rief der venezolanische Präsident seine Landsleute am Wochenende zu permanenter Wachsamkeit auf. Unklar ist, was die USA mit möglichen Gesprächen genau erreichen wollen. Seit August ziehen die USA in der Karibik immer mehr Militär zusammen, mittlerweile sollen sich 15.000 Soldat:innen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in der Region befinden. Vordergründig geht es um die Bekämpfung des Drogenhandels, bei gezielten Angriffen auf angebliche "Drogenboote" starben bislang mehr als 80 Menschen. Das militärische Aufgebot ist aber zu umfangreich für den Kampf gegen Drogen, zumal Venezuela nicht zu den wichtigsten Transitländern zählt. Laut Expert:innen dürften die USA einen Abgang Maduros oder den Zugriff auf Erdöl und weitere Rohstoffe anstreben.

Um einen militärischen Konflikt mit den USA zu vermeiden, soll Maduro der US-Regierung laut einer Recherche der New York Times schon vor Monaten in Aussicht gestellt haben, den USA weitgehenden Zugriff auf Erdöl und andere Rohstoffe zu gewähren. Auch wollte Venezuela die Beziehungen zu Russland, China sowie dem Iran zurückzudrängen. Trump habe sich unter dem Einfluss von Außenminister Rubio jedoch dazu entschieden, auf Konfrontationskurs zur Regierung in Caracas zu gehen.