Details zu US-Angriffen: Fischer aus Trinidad und Tobago und Kolumbien unter den Toten

Die Asamblea del Caribe rügt Einsätze der Vereinigten Staaten in der Karibik. Präsident Petro bestätigt einen Fall

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Traditioneller Fischfang ist in der Karibik eine wichtige Einnahmequelle und ernährt viele Familien - so auch in Trinidad und Tobago
Traditioneller Fischfang ist in der Karibik eine wichtige Einnahmequelle und ernährt viele Familien - so auch in Trinidad und Tobago

Washington/Puerto España/Bogotá. Die Asamblea de los Pueblos del Caribe hat die jüngsten US-Militäroperationen im Karibischen Meer verurteilt, bei denen mehrere Fischer aus Trinidad und Tobago und Kolumbien getötet worden sein sollen.

In der offiziellen Erklärung bezeichnete die Asamblea, ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen der karibischen Staaten, den Angriff als "Akt der Aggression gegen die Küstenvölker der Region" und forderte eine internationale Untersuchung. Die Versammlung warf den Vereinigten Staaten vor, unter dem Vorwand des "Kriegs gegen den Drogenhandel" wiederholt militärische Gewalt in internationalen oder umstrittenen Gewässern einzusetzen. Dabei seien "mindestens 27 extrajudizielle Hinrichtungen" von Fischern und Bootsbesatzungen dokumentiert worden.

Laut lokalen NGOs sind bei den jüngsten Angriffen zwei Bürger von Trinidad und Tobago unter den sechs Getöteten einer US-Attacke im Karibischen Meer am vergangenen Dienstag (amerika21 berichtete). In lokalen Fischergemeinden in Trinidad und Tobago herrscht große Angst, dass Fischerboote mit Drogentransportschiffen verwechselt werden könnten. Die Fischer hatten sich in den traditionellen Fangzonen zwischen Trinidad und Tobago und der venezolanischen Küste aufgehalten.

Bei dem am 15. September versenkten Schiff soll es sich nach Recherchen des kolumbianischen Senders RTVC um ein Boot mit Fischern aus Kolumbien und Ecuador gehandelt haben. Einer wurde bei dem Angriff getötet, je ein Fischer aus Kolumbien und Ecuador überlebten den Angriff.

Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro bestätigte, dass der Kolumbianer, der den Angriff überlebt hatte, inzwischen in sein Heimatland zurückgekehrt sei. "Ich freue mich, dass er lebt", schrieb er auf der Plattform X. Er kündigte zugleich Ermittlungen auf "rechtsstaatlicher Grundlage" an. 

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Auch US-Präsident Donald Trump erklärte, dass es sich um Staatsbürger aus Kolumbien und Ecuador handle. Beide sollen in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden, wo sie sich wegen Drogenhandelsvorwürfen verantworten müssen. Die US-Behörden machten keine Angaben darüber, wie viele Personen sich an Bord des Bootes befanden, und gaben auch keine weiteren Details zum Zustand der Überlebenden bekannt.

In Trinidad und Tobago erhoben soziale Bewegungen Vorwürfe: Dort protestierten Menschen vor der US-Botschaft und forderten eine Klärung der Einsätze und der Todesfälle.

Auch soziale Bewegungen und Gewerkschaften in Trinidad und Tobago äußerten Empörung und forderten, dass ihre Regierung die Beteiligung oder Zustimmung zu solchen US-Operationen aufkläre. Sie verlangten zudem eine klare Position gegen die Militarisierung der Karibik.

Die Asamblea erklärte, man werde die Fälle vor die Caribbean Court of Justice und internationale Menschenrechtsinstanzen bringen. Ziel sei, die Souveränität der karibischen Staaten zu verteidigen und die Sicherheit der Fischer zu garantieren.

Die Asamblea de los Pueblos del Caribe besteht aus sozialen Bewegungen; politischen, bäuerlichen, gewerkschaftlichen, feministischen, religiösen, ökologischen und studentischen Organisationen; Künstler:innen und Intellektuellen aus den Ländern der Karibik. Bisher wurden neun Versammlungen abgehalten. Der Hauptsitz rotiert zwischen den Mitgliedsstaaten, bisher Trinidad und Tobago ab 1994, danach Dominikanische Republik, Haiti, Kuba, Barbados, Curaçao und seit 2022 Kuba. Das Exekutivkomitee setzt sich aus Vertreter:innen von Barbados, Kuba, Curaçao, Haiti, Martinique, der Dominikanischen Republik und Trinidad und Tobago zusammen. Vorübergehend werden auch Vertreter:innen jener Länder aufgenommen, in denen die Versammlungen stattfinden oder die besonders aktiv mitwirken.