Aktivist von Bauernbewegung in Guatemala am Flughafen festgenommen

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Leocadio Juracán nach seiner Festnahme
Leocadio Juracán nach seiner Festnahme

Guatemala-Stadt. Die Festnahme von Leocadio Juracán hat in Guatemala landesweit für große Empörung gesorgt. Der Aktivist der Kleinbauernbewegung Bauernkomitee des Hochlandes (CCDA) wurde am Mittwochvormittag am Flughafen festgenommen. Nach Angaben des CCDA befand er sich auf dem Weg zu einer Konferenz nach Südafrika, bei der er die Organisation vertreten wollte. Juracán erklärte gegenüber Medien nach seiner Festnahme, eine Begründung sei ihm nicht mitgeteilt worden. Später berichteten Medien, Juracán werde schwere Landbesetzung und vorsätzliches Legen von Waldbränden vorgeworfen. Dabei gehe es um strittige Ländereien im Departamento Izabal. Juracán sagte dazu, "dieses Gebiet gehört dem Volk der Q'eqchi'. Das haben wir vor dem Interamerikanischen Gerichtshof solide bewiesen."

Der Haftbefehl soll laut Medienberichten vom Amtsgericht Puerto Barrios im Departamento Izabal ausgestellt worden sein. Die Region um die Departamentos Izabal und Alta Verapaz ist besonders von Landkonflikten betroffen (amerika21 berichtete) und eine der Schwerpunktregionen des CCDA.

Juracán sagte nach seiner Festnahme, er bitte seine Familie, Ruhe zu bewahren. An seine Mitstreiter vom CCDA gerichtet betonte er, er sei stolz auf ihren Kampf. "Diese repressiven Praktiken des Staates und korrupter Funktionäre zeigen nur, dass sie unseren gerechten Kampf nicht stoppen können, nur durch Kriminalisierung."

Ohne Moos nix los

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.Juracán war von 2015 bis 2019 Abgeordneter des Kongresses für die linke Partei Convergencia. In dieser Funktion stellte er im März 2017 zusammen mit seiner Fraktionskollegin Sandra Morán wegen eines Brandes im Mädchenheim "Hogar Seguro Virgen de la Asunción" Strafanzeige gegen den damaligen Staatspräsidenten Jimmy Morales. In dem Heim in der Nähe der Hauptstadt kam es Anfang März 2017 zu Protesten gegen körperliche und sexuelle Belästigung und Überfüllung. Mädchen versuchten, aus dem Heim zu entfliehen. Am 8. März brach dabei ein Feuer aus, 41 Mädchen kamen ums Leben. Frauen- und Menschenrechtsorganisationen geben staatlichen Stellen eine Mitschuld an der Katastrophe. Die Leitung des Heims war mehrfach wegen Misshandlung, Belästigung und Vergewaltigung von Minderjährigen angezeigt worden.

Die Ermittlungen gegen Morales wurden im Juni 2017 zunächst eingestellt. Am 12. August 2025, einen Tag vor der Festnahme von Juracán, verurteilte die Richterin Ingrid Vanessa Cifuentes sechs ehemalige Beschäftigte des Heims wegen Amts- und Kindesmissbrauch sowie fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen zwischen 6 und 25 Jahren. In diesem Zusammenhang ordnete die Richterin erneute Ermittlungen gegen Jimmy Morales an. Er soll den Polizeieinsatz gegen den Protest der Mädchen angeordnet haben, der letztlich zu der Brandkatastrophe führte.

Juracán gilt als eine der historischen Persönlichkeiten der Landarbeiter- und Kleinbauernbewegung in Guatemala und ist Mitbegründer des CCDA. Die Organisation wurde 1982 gegründet, trat aber erst 1989, gegen Ende des Bürgerkrieges und der Rückkehr zur Demokratie, an die Öffentlichkeit. Sie ist neben dem Komitee für Bauerneinheit (CUC) und dem Komitee für bäuerliche Entwicklung (Codeca) eine der drei großen Landarbeiterorganisationen des Landes. Die Mitglieder haben immer wieder mit Fällen der Kriminalisierung, willkürlichen Festnahmen und Morden zu kämpfen.