Bolivien / Politik

Attentat auf Evo Morales in Bolivien

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Chaotische Umstände und bisher wenig Klarheiten zum Attentat auf Morales in Cochabamba
Chaotische Umstände und bisher wenig Klarheiten zum Attentat auf Morales in Cochabamba

Cochabamba. Laut Zeitungsberichten hat es gestern einen Anschlag auf den ehemaligen Präsidenten Evo Morales gegeben. Präsident Luis Arce ordnete eine "sofortige und gründliche Untersuchung" der Ereignisse an.

Morales sei mit seinem Fahrer um 6 Uhr morgens in einem Fahrzeug in der Nähe von Cochabamba unterwegs gewesen, als in der Nähe einer Armeedivision auf sie geschossen wurde. Morales beschrieb in einem Interview, dass der Fahrer versuchte, der Situation zu entkommen, aber das Fahrzeug von vier Kugeln getroffen und der Reifen zerstört worden sei. Daraufhin stiegen der Ex-Präsident und sein Begleiter in einen Lieferwagen, der ebenfalls mit mindestens 14 Kugeln beschossen wurde. Der Fahrer wurde dabei verletzt.

Auf der Plattform X machte Morales Präsident Arce und die Armee direkt für den Vorfall verantwortlich.

Das Oberkommando der Streitkräfte wies noch am selben Abend in einem Kommuniqué "kategorisch" die Anschuldigungen an der Beteiligung eines angeblichen Attentats zurück.

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Gerüchten zufolge seien an der Operation Polizeibeamte beteiligt gewesen, die Fahrzeuge der Armeedivision genutzt hätten. Noch am selben Tag belagerten Morales' Anhänger:innen die Kaserne und verschafften sich Zutritt. Laut Medienberichten konnten sie zwei Fahrzeuge erbeuten, von denen sie behaupteten, sie seien bei dem Anschlag benutzt worden. Anschließend verbrannten sie die Fahrzeuge. Die Polizisten seien von einem Hubschrauber aus der Kaserne abgeholt worden.

Angesichts möglicher weiterer Proteste oder Eskalationen am mutmaßlichenTatort riefen die Streitkräfte die Bevölkerung zur Ruhe auf: "Wir appellieren an die Bevölkerung von Cochabamba, Ruhe und Gelassenheit zu bewahren, da diese Ereignisse im Rahmen einer objektiven Untersuchung durch die zuständigen Stellen geklärt werden müssen." Das Militär fügte hinzu, in "ständiger Alarmbereitschaft" zu bleiben, um die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die Anführer der Proteste im Transportsektor kündigten indes an, dass sie die bereits zwei Wochen andauernden Straßenblockaden zur Verteidigung von Morales radikalisieren würden.