Kolumbiens Vizepräsidentin Francia Márquez in Harvard geehrt

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Francia Márquez in Harvard: "Lasst uns vorankommen. Das Volk gibt nicht auf, verdammt" (Screenshot)
Francia Márquez in Harvard: "Lasst uns vorankommen. Das Volk gibt nicht auf, verdammt" (Screenshot)

Boston. Die afrokolumbianische Vizepräsidentin Francia Márquez Mina hat die W. E. B. Du Bois Medaille der Universität Harvard erhalten. Die Verleihungszeremonie fand im Sanders Theater der Universität Harvard statt. Márquez, die auch das Ministerium für Gleichstellung und Gleichberechtigung leitet, erhielt die Medaille für ihre herausragenden Beiträge zur afrikanischen und afroamerikanischen Kultur.

Zu den bisherigen Empfänger:innen der Medaille gehören Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Schriftsteller:innen, Journalisten:innen, Philanthrop:innen und Beamt:innen, deren Arbeit das Gebiet der Afrika- und Afroamerikastudien gestärkt hat. Márquez ist die erste Lateinamerikanerin, die diesen Preis erhält.

In ihrer Dankesrede rief Márquez zur globalen Einigkeit auf und appellierte an Frauen und Männer, sich gemeinsam für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. "Unsere Bemühungen müssen immer darauf ausgerichtet sein, Frieden und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Ich rufe die Frauen der Welt auf, weiterhin ihre Stimme zu erheben, um alle Kriege zu beenden", sagte sie und sprach damit die Erfahrungen vieler Mütter an, die unter Gewalt und Krieg leiden.

Márquez, die als langjährige engagierte Aktivistin die Folgen des bewaffneten Konflikts in Kolumbien miterleben musste, widmete die Medaille ihrer Familie, ihrer Gemeinde Yolombó und dem ganzen Land.

In ihrer Ansprache unterstrich Márquez die Bedeutung des Widerstands im Kampf für Würde und Freiheit. Sie erinnerte an die Worte von Paulina Balanta, einer Frau aus ihrer Gemeinde: "Wer nicht kämpft, kommt nicht in den Himmel. Und um zu kämpfen, müssen wir im Herzen widerstandsfähig sein."

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In ihrer Rede hob die Vizepräsidentin auch die Errungenschaften ihrer Regierung in den letzten zwei Jahren hervor und erwähnte einige Initiativen ihres Ministeriums zur Förderung von Bildung und sozialer Gerechtigkeit. Dazu gehöre die Einrichtung der Nationalen Intersektoralen Kommission für Historische Wiedergutmachung. Diese arbeitet an der Begleichung der historischen Schuld des kolumbianischen Staates gegenüber der indigenen und afrokolumbianischen Bevölkerung.

Márquez sprach über ihre Vision, Kolumbien mit dem afrikanischen Kontinent zu verbinden und erinnerte daran, dass ihre Vorfahren vor mehr als vierhundert Jahren aus Afrika in die Sklaverei verschleppt wurden.

"Im Jahr 2023 bin ich in Freiheit und als Vizepräsidentin der Republik zurückgekehrt", sagte sie und verwies auf ihre Besuche in mehreren afrikanischen Ländern, um die diplomatischen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Afrika zu stärken.

Márquez wünschte der amtierenden US-Vizepräsidentin Kamala Harris viel Erfolg in ihrem Präsidentschaftswahlkampf. Sie lud Harris zu einem Besuch nach Kolumbien ein, um "gemeinsam neue Wege zur Freiheit zu beschreiten".

"Lasst uns vorankommen. Das Volk gibt nicht auf, verdammt", sagte Márquez am Ende ihrer Rede.