Argentinien gegen Anwesenheit der "Kosovo-Sicherheitstruppe" auf den Malwinen

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Jubiläum Falkland-Krieg
Großbritannien hält an den Malwinen fest, wie hier bei der Zeremonie zum 40. Jubiläum des Falkland-Krieges 2022

Buenos Aires. Das argentinische Außenministerium hat die Landung und Ausbildung kosovarischer Truppen auf einem britischen Militärstützpunkt auf den Malwinen-Inseln (Islas Malvinas) scharf kritisiert.

Wie mehrere Medien berichten, sind am vergangenen Freitag Soldaten der "Kosovo-Sicherheitstruppe" (Kosovo Security Force, KSF) auf der südatlantischen Inselgruppe vor der argentinischen Küste angekommen. Die KSF-Soldaten sind auf der Luftwaffenbasis RAF Mount Pleasant im Osten der Isla Soledad stationiert.

Die KSF gilt offiziell nicht als Militär, soll derzeit aber zu vollwertigen Streitkräften ausgebaut und auf den Malwinen für angebliche Friedenseinsätze trainiert werden. 2009 ging sie aus dem noch rein zivilen Kosovo-Schutzkorps hervor und hatte mit Sylejman Selimi einen früheren Kämpfer der paramilitärischen UÇK (Befreiungsarmee des Kosovo) als ersten Kommandeur.

Im November vergangenen Jahres hatte das kosovarische Parlament beschlossen, KSF-Truppen auf die Malwinen ‒ von britischer Seite auch Falklandinseln (Falkland Islands) genannt ‒ zu schicken. Die NATO-Besatzungstruppe im Kosovo, KFOR, protegiert die KSF und begleitet die leicht bewaffnete Truppe auf dem Weg zu einer vollwertigen Armee, die 2028 entstehen soll.

Die argentinische Regierung begann nach diesem Parlamentsbeschluss eine "diplomatische Offensive", wie das Portal "Kosovo Online" berichtete. Unter anderem hatte die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) in einer Erklärung die Entsendung von kosovarischen Truppen verurteilt.

Argentinien beharrt in der Frage der Malwinen auf der Unverletzlichkeit der Grenzen, wie sie in der UN-Charta festgeschrieben ist. So fordert etwa die Resolution 31/49 der Vollversammlung der Vereinten Nationen von 1976 eine Lösung auf dem Verhandlungsweg und verlangt von beiden Konfliktparteien, von einseitigen Entscheidungen, welche Einfluss auf den Status quo der Inseln nehmen würden, Abstand zu nehmen. Die Vereinten Nationen führen die Malwinen auf der Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung und plädieren für eine Entkolonialisierung des Gebietes.

Vor 15 Jahren spaltete sich die südserbische Region Kosovo von der Zentralregierung in Belgrad ab. Im ersten Jahrzehnt der selbsterklärten Unabhängigkeit haben über 100 UNO-Mitgliedsstaaten das Kosovo anerkannt, vor allem Staaten aus Europa, Nordamerika und Ozeanien. In Südamerika haben lediglich Guayana, Kolumbien, Peru und Suriname dies getan. 2017 gab es indes Berichte, dass die Regierung von Suriname Kosovo nicht mehr anerkenne, auch haben eine Reihe von Staaten ihre Anerkennung des Kosovos wieder zurückgezogen, darunter Dominica und Grenada.

Anfang Januar diesen Jahres behauptete der serbische Präsident Aleksandar Vučić, dass weitere neun Staaten das Kosovo nicht mehr anerkennen würden, darunter Antigua und Barbuda und Saint Lucia.

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