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Zehn Bergleute in Kohlemine in Mexiko verschüttet, Kritik an Arbeitsbedingungen

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Bekannt katastrophale Arbeitsbedingungen in der Steinkohleregion von Coahuila (Symbolbild)
Bekannt katastrophale Arbeitsbedingungen in der Steinkohleregion von Coahuila (Symbolbild)

Sabinas, Coahuila. In Nordmexiko sind zehn Arbeiter in einem kleinen Steinkohlewerk verschüttet worden, fünf weitere konnten verletzt geborgen werden. Das Unglück ereignete sich am 3. August in der Ortschaft Sabinas im Bundesstaat Coahuila.

Die Arbeiter waren in den Schacht geschickt worden, obwohl seit Tagen bekannt war, dass die Arbeit in diesem Bergwerk wegen eines Wassereinbruchs ungemein gefährlich war. Angehörige der Verschütteten gaben dies gegenüber lokalen Medien bekannt.

Die mexikanischen Behörden nahmen am selben Tag mit Hilfe des Militärs die Bergungsarbeiten auf, doch in den ersten 72 Stunden nach dem Unglück drangen die Rettungskräfte noch nicht bis zu den Verschütteten vor.

Inzwischen wurden Pumpen in den Schacht eingeführt, um einem steigenden Wasserstand entgegenzuwirken. Dies teilte der Gouverneur von Coahuila, Miguel Ángel Riquelme Solís, mit. Der Schacht, in dem die Arbeiter eingeschlossen sind, ist 60 Meter tief und soll eine Flutung von 34 Metern haben.

Der Besitzer des Bergwerks, Régulo Zapata Jaime, ein Unternehmer und bekannter Lokalpolitiker, äußerte sich bisher nicht zu dem Unfall, sein Vorarbeiter machte sich kurz nach den Geschehnissen aus dem Staub. Erst vor einem Monat unterzeichnete das Unternehmen Abnahmeverträge mit dem staatlichen Energieproduzenten Comisión Federal de Electricidad (CFE) für Steinkohle in Höhe von 55 Millionen mexikanischer Pesos.

Die Steinkohleregion von Coahuila ist berüchtigt für ihre katastrophalen Arbeitsbedingungen. Rund 3.000 Bergleute arbeiten zu prekären Löhnen in kleinen Stollen ohne ausreichende Sicherheitsvorschriften und Unfallversicherung. Jedes Jahr sterben mehrere Kumpels bei Unfällen, ohne dass die Behörden den widerrechtlichen Arbeitsverhältnissen ein Ende setzen würden. Im Gegenteil, ohne vorherige Inspektionen der Arbeitsbehörde wird die Steinkohleproduktion der Region an die CFE verkauft, kritisieren Angehörige und soziale Organisationen.

Das größte Unglück in der Region geschah 2006, als 65 Bergleute im Werk Pasta de Conchos verschüttet wurden. 63 von ihnen sind bis heute nicht geborgen worden.

Die Angehörigenorganisation "Familien von Pasta de Conchos" drängt weiterhin auf die Bergung der Verunglückten im Werk des Unternehmens Grupo México und fordert bei jedem neuen Unglück die Behörden auf, "die Arbeitsbedingungen im Bergbau in der Gegend gründlich zu überprüfen" und endlich Maßnahmen zu treffen, die eine Wiederholung dieser tragischen Ereignisse verhindern.

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