Brasilien / Politik

Bildungsminister von Brasilien nach Eklat mit Evangelikalen zurückgetreten

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Der zurückgetretene brasilianische Bildungsminister Milton Ribeiro mit Präsident Jair Bolsonaro
Der zurückgetretene brasilianische Bildungsminister Milton Ribeiro mit Präsident Jair Bolsonaro

Brasília. Der brasilianische Bildungsminister Milton Ribeiro ist unter schwerwiegendem Korruptionsverdacht zurückgetreten. Die Affäre betrifft auch mehrere evangelikale Pastoren, die einen wichtigen Teil der politischen Basis von Präsident Jair Bolsonaro bilden.

Insgesamt entlässt Bolsonaro zehn Minister, um sein Wahlkampfteam für die brasilianischen Wahlen zu stärken. Der Schritt gilt als strategisches Manöver des Staatschefs, um sich für die Parlamentswahlen in Brasilien am 2. Oktober erfolgreich aufzustellen und sich für eine Wiederwahl zu bewerben.

Bolsonaro, ein ehemaliger Armeeoffizier, der wegen seines Umgangs mit der Covid-19-Pandemie viel öffentliche Unterstützung eingebüßt hat, hat beim Kampf um seine Wiederwahl als Gegenkandidatern den populären Ex-Präsidenten Lula da Silva.

Der Verdacht auf Korruption im Bildungsministerium unter der Leitung von Minister Ribeiro ergab sich aus einem Audiomitschnitt, das der Zeitung Folha de Sao Paulo vorliegt. In dem Tondukument soll Ribeiro kommentieren, dass sein Ministerium Projekte der Pfingstgemeinden besonders fördert.

Die Affäre spitzte sich zu, als einflussreiche Pastoren der evangelikalen Kirche, die großen Einfluss auf Bolsonaro und seine Basis haben, sich der Opposition anschlossen und den Rücktritt des Ministers forderten.

Ribeiro hatte sein Amt im Juli 2020 anstelle des Wirtschaftswissenschaftlers Carlos Alberto Decotelli angetreten, der nur fünf Tage im Amt war und nach Vorwürfen, dass sein Lebenslauf Unwahrheiten enthalte, zurücktrat.

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