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Venezuela meldet starken Anstieg der Covid-19-Fälle

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In Venezuela sind bereits 1,5 Millionen Kinder geimpft worden
In Venezuela sind bereits 1,5 Millionen Kinder geimpft worden

Caracas. In Venezuela haben sich die täglichen Neuinfektionen mit der Coronavirus-Variante Omikron verdoppelt. Die steigende Zahl fällt zusammen mit der Öffnung der Schulen mit Präsenzunterricht und verstärkten Impfbemühungen.

Am vergangenen Mittwoch wurden 1.267 Neuinfektionen und vier Todesfälle registriert. Damit stiegen die Zahlen auf insgesamt 449.730 bzw. 5.370 seit dem Beginn der Pandemie im März 2020. Von durchschnittlich weniger als 100 Fällen pro Tag im Dezember stieg die Zahl im Januar auf über 500 an, bevor sie den derzeitigen Höchststand erreichte.

Laut Kommunikationsminister Freddy Ñáñez sind lediglich 6.736 Fälle weiter aktiv, wobei die Mehrheit der Patienten in staatlichen Krankenhäusern behandelt wird. Die Genesungsrate liege bei 97 Prozent. Die hoch ansteckende Omikron-Variante sei Ende Dezember erstmals im Land festgestellt worden und für den jüngsten Anstieg verantwortlich. Die ersten sieben Fälle wurden bei aus dem Ausland einreisenden Passagieren festgestellt, so Ñáñez.

"In Zeiten von Omikron können wir nicht auf Hygienemaßnahmen verzichten. Holt euch die Auffrischungsimpfung, und wenn ihr irgendwelche Symptome habt, geht zum nächsten Gesundheitszentrum", schrieb der Minister auf Twitter.

Präsident Nicolás Maduro rief indes dazu auf, die Impfbemühungen zu verdoppeln und die Impfung von Kindern über zwei Jahren voranzutreiben.

"Die einzige wirkliche Vorbeugung ist die Impfung, und das ist besonders wichtig, da wir wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren", sagte er in einer Fernsehansprache. Maduro betonte zudem, dass eine "flexible Quarantäne" bis auf weiteres in Kraft bleibe. Man unterschätze Omikron nicht, es sei weltweit die vorherrschende Variante geworden.

Anfang 2020 führte Venezuela ein 7x7-Schema ein, bei dem sich eine Woche mit strengen Verboten und eine Woche mit gelockerten Maßnahmen abwechselten. Dies wurde im November im Zuge der Bemühungen der Regierung um eine schrittweise Reaktivierung der Wirtschaft ausgesetzt.

"Wir werden mit dem Präsenzunterricht und der flexiblen Quarantäne fortfahren. Alles ist möglich, wenn wir maximale Präventions- und Hygienemaßnahmen beibehalten", betonte Maduro.

Der reguläre Schulunterricht begann in Venezuela am 10. Januar unter strengen Hygienevorschriften.

Wie Gesundheitsminister Carlos Alvarado informierte, wurden in 7.000 Schulen Impfzentren eingerichtet und bislang 1,5 Millionen Kinder geimpft. In den kommenden Monaten sollen insgesamt acht Millionen Schüler geimpft werden.

Auch die allgemeine Impfung in Venezuela schreitet weiter voran. Die Behörden geben an, dass bisher 95 Prozent der Bevölkerung geimpft worden sind. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation schätzt, dass bislang etwa 40 Prozent die zweite Dosis erhalten haben.

Am 3. Januar startete die venezolanische Regierung eine Auffrischungsimpfung gegen die Omikron-Variante. Hierfür werden 6,7 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik Light und 8,9 Millionen Dosen des chinesischen Vakzins Sinopharm eingesetzt. Es wird erwartet, dass der kubanische Abdala-Impfstoff ebenfalls verabreicht wird, sobald die lokale Produktion beginnt.

Mitarbeiter des Gesundheits- und Bildungssystems, ältere Menschen sowie andere gefährdete Personengruppen werden derzeit vorrangig mit der zusätzlichen Dosis versorgt.

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