Bolivien / Wirtschaft

Bolivien und sein Lithium: Regierung weiht Forschungszentrum ein

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Boliviens eigene technologische Entwicklung durchbricht den Status als Rohstofflieferant
Boliviens eigene technologische Entwicklung durchbricht den Status als Rohstofflieferant

La Paz. Die Regierung von Bolivien hat ein Forschungszentrum für Wissenschaft und Technologie eröffnet, um es dem Land zu ermöglichen, Lithium selbst zu industrialisieren. Die Anlage wurde im südwestlichen Departamento Potosi in der Gemeinde Yocalla errichtet.

Das Forschungszentrum für Wissenschaft und Technologie wurde von Präsident Luis Arce, dem Minister für Kohlenwasserstoffe und Energie, Franklin Molina, und dem Leiter des staatlichen Unternehmens Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB), Carlos Ramos, eingeweiht.

Arce bezeichnete es dabei als historisch, dass die neue wissenschaftlich-technische Einrichtung für die Ausbeutung und Industrialisierung des Minerals zum Nutzen der Entwicklung der Nation und ihrer Bevölkerung betrieben wird. Der Präsident erinnerte daran, dass "ausländische Interessen" die Bolivianer bisher daran gehindert hätten, ihre eigene Wissenschaft und Technologie zu entwickeln, um den nationalen Reichtum zu nutzen, wie es in der Verfassung von 2009 festgelegt ist. Somit sei der Wissenschaftskomplex etwas "Historisches" und "Strategisches" in den Plänen der Regierung.

Minister Molina erklärte, das Zentrum ziele darauf ab, Produktionskapazitäten für die Lithiumtechnologie im Land zu erhöhen. Dies werde "nicht nur Wissenschaft und Technologie hervorbringen, sondern auch Kapazitäten und Möglichkeiten, mehr Arbeitsplätze und besser qualifiziertes technisches Personal für die Zukunft schaffen". Dafür seien auch bereits Vereinbarungen mit bolivianischen Universitäten unterzeichnet worden, so der Minister.

Nach Angaben des Ministeriums für Kohlenwasserstoffe und Energie wurde die nötige Infrastruktur auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern und mit einer Investition von umgerechnet etwa 14,3 Millionen US-Dollar errichtet.

Bolivien veröffentlichte im vergangenen April eine internationale Ausschreibung für interessierte Unternehmen, die ihre Technologie zur Lithiumgewinnung in Bolivien testen wollten. Bolivien wählte nach offiziellen Angaben unter den Bewerbungen Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, China, Russland und Argentinien aus, um Pilotversuche durchzuführen.

Das neu eingeweihte Zentrum soll zur Bewertung dieser Unternehmen beitragen, um eine weitere Auswahl zur Zusammenarbeit zu treffen.

Bolivien verfügt mit 21 Millionen Tonnen über die größten bekannten Lithiumvorkommen der Welt. Die heute am schnellsten wachsende Anwendung für Lithium ist die Verwendung in wiederaufladbaren Batterien. Durch die poltische Förderung der Elektromobilität nimmt die Bedeutung des Lithiums weiter stark zu.

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