Ultrarechte spanische Vox-Partei und Fujimoristen in Peru wollen kooperieren

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Keiko Fujimori in Madrid beim Treffen mit Vertretern der spanischen Rechten. Links von ihr Hermann Tertsch von der Vox-Partei
Keiko Fujimori in Madrid beim Treffen mit Vertretern der spanischen Rechten. Links von ihr Hermann Tertsch von der Vox-Partei

Madrid/Lima. Die Vorsitzende der rechtskonservativen Fuerza Popular und unterlegene peruanische Präsidentschaftskandidatin, Keiko Fujimori, hat sich mit Abgeordneten der ultrarechten spanischen Vox-Partei getroffen. An diesem Zusammentreffen nahmen neben Fujimori auch Vertreter:innen der rechten Parteien Renovación Popular und Avanza País teil. Die Vox-Partei strebt eine verstärkte Zusammenarbeit der spanischen und peruanischen Rechten an.

Unter der Prämisse, einen "Vormarsch des Kommunismus“ in Lateinamerika aufzuhalten, baut die Vox-Partei derzeit Allianzen in vielen lateinamerikanischen Ländern auf und betreibt Öffentlichkeitsarbeit für ihre politische Agenda. "Ein Teil der Region wird von totalitären kommunistischen Regimen gefangengehalten", heißt es unter anderem in dem Manifest "Carta de Madrid". Außer von Anführer:innen der Ultrarechten unter anderem in Argentinien, Venezuela, Brasilien, El Salvador und Peru wurde das Manifest auch von Unternehmer:innen wie dem Besitzer des peruanischen Fernsehsenders Willax unterzeichnet.

Die spanische Vox-Partei wurde 2013 gegründet und spricht sich unter anderem gegen Migration, Abtreibung und Feminismus aus.

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Die Treffen der peruanischen Rechten mit der Vox-Partei wurden indes von den linken Parteien und der Regierung scharf kritisiert. So führte die Frauenministerin Anahí Durand aus: "Es hat uns überrascht, empört. Es ist fast so, als würden sie sich als Retter der Menschenrechte und des Friedens seit 500 Jahren präsentieren, den Genozid ignorierend, der stattfand, die Plünderung der Rohstoffe ignorierend und das, was die Kolonialisierung bedeutete, nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell, etwas, was bewirkt, dass die peruanische Rechte sie mit offenen Armen empfängt und ein geringwertiges Papier derjenigen übernimmt, die sie in Europa deportieren würden".

Die linke Fraktion Juntos Por el Perú erklärte: "Die Fraktionen, die an diesen Treffen teilgenommen haben, agieren weiterhin auf antidemokratische und destabilisierende Weise, genauso wie sie es in der zweiten Wahlrunde taten, als sie die Wahlergebnisse nicht anerkennen wollten". Die peruanische Rechte lasse dabei außer Acht, dass sie mit einer Partei kooperieren, die Peru weiterhin als Kolonie betrachte.

Derweil kam es zu einem Angriff auf den Ex-Präsidenten Francisco Sagasti durch mehrere Anhänger:innen der der Fuerza Popular nahestehenden rechten Bewegung 'La Resistencia' (Der Widerstand). Sagasti wollte auf einer Buchlesung sprechen, vor der die Rechten mobilisierten. Sie versuchten, in die Buchhandlung zu kommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits abgesperrt wurde. Die Lesung wurde schließlich abgesagt, da die Sicherheit der Teilnehmer:innen nicht gewährleistet werden konnte. Sagasti musste mit Polizeischutz fliehen.

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