Lateinamerika begeht "Internationalen Tag der indigenen Frau"

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Mit der Machi Linconao wurde in Chile der "Internationale Tag der indigenen Frau" begangen. Auch die Bürgermeisterin von Santiago, Irací Hassler Jacob, war anwesend
Mit der Machi Linconao wurde in Chile der "Internationale Tag der indigenen Frau" begangen. Auch die Bürgermeisterin von Santiago, Irací Hassler Jacob, war anwesend

Mexiko-Stadt. Am "Internationalen Tag der indigenen Frau" ist am vergangenen Sonntag den indigenen Frauen, die im Kampf gegen Diskriminierung und Misshandlungen gegen sie und ihre Ethnie gestorben sind, gedacht worden. An vielen Orten Lateinamerikas fanden Veranstaltungen statt, um diesen Anlass zu würdigen.

In Mexiko-Stadt wurde dieses Jahr am Tag der indigenen Frau verkündet, dass eine Statue von Christoph Kolumbus durch die Statue einer Frau des Volkes der Olmeken ersetzt werden wird. Die Statue von Kolumbus soll nach den abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten in einem Park in einem anderen Stadtteil aufgestellt werden. Die Regierungschefin der mexikanischen Hauptstadt, Claudia Sheinbaum, sagte, dass die neue Statue 500 Jahre des Widerstands der indigenen Frauen würdigen wird.

"Ihnen sind wir verschuldet, wegen ihnen sind wir da, es ist die Geschichte unseres Landes, unseres Heimatlandes. Natürlich erkennen wir Kolumbus an, aber es gibt zwei Visionen", sagt Sheinbaum.

In Maipú, Chile, fand in diesem Jahr im Rahmen einer Gedenkveranstaltung unter anderem ein Misawün statt. Übersetzt aus dem Mapuzungun, der Sprache der Mapuche, bedeutet Misawün "das Teilen desselben Gerichts", wodurch Freundschaften gestärkt werden sollen. Dabei nahmen Vertreterinnen verschiedener indigener Völker teil und brachten eine Opfergabe für die Erde dar. Die Machi Francisca Linconao Huircapan, angestammte Autorität des Mapuche-Volkes, hielt eine Rede auf Spanisch und Mapuzungun. Sie betonte den Widerstand ihres Volkes im Wallmapu, dem angestammten Gebiet der Mapuche im südlichen Chile und Argentinien. "Wir wollen unser Land zurück, unser Wasser und den Respekt für die Mapuche und unsere Sprache", sagte sie.

Auch in Uruguay haben indigene Frauen mit Stigmatisierung und Vorurteilen zu kämpfen. Daran wurde auch am Sonntag gedacht. Laut einer Erklärung der Nationalen Menschenrechtsinstitution werden indigene Kinder aufgrund ihrer Bräuche in der Schule ausgegrenzt. Generell mangelt es an der Wertschätzung der Traditionen, Rituale und Kleidung Indigener. Die patriarchale Kultur führt zu einer zusätzlichen Benachteiligung von Frauen.

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Laut dem Soziologen Jiovanny Samanamud ist nicht nur die Erhaltung der Kulturen der indigenen Völker von Bedeutung. Auch die Erweiterung und das Wachsen der Kulturen sei essenziell, "anstatt sie auf Objekte der Betrachtung zu reduzieren, was immer noch üblich ist."

Seit 1983 gibt es den Tag der indigenen Frau. Er wurde damals beim Zweiten Treffen der Organisationen und Bewegungen des amerikanischen Kontinents in Bolivien festgelegt. Am 5. September 1782 war Bartolina Sisa ermordet worden. Sie war eine Aymara-Führerin, die einen Aufstand der Indigenen gegen die spanische Krone auf dem Gebiet des heutigen Bolivien angeführt hatte und daraufhin von den Kolonisierenden gefangen und getötet wurde.

Auch heute noch werden indigene Frauen vielfach diskriminiert, als Frauen wie auch als indigene Personen. Sie sind unter anderem von schlechter Gesundheitsversorgung, extremer Armut, fehlendem Zugang zu angestammtem Land, Analphabetismus und Gewalt betroffen.

"Diese Gewalt wird noch verschärft, wenn sich indigene Gemeinschaften inmitten von Konflikten befinden und Frauen bei ihrer täglichen Arbeit zur Zielscheibe politisch motivierter Gewalt werden", schreiben die Vereinten Nationen in einer Erklärung.

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