Venezuela / Soziales

Venezuela soll russischen Covid-Impfstoff EpiVacCorona erhalten

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Für Juli und August erwartet Venezuela die Lieferung von mehreren Millionen Impfdosen im Rahmen von Covax
Für Juli und August erwartet Venezuela die Lieferung von mehreren Millionen Impfdosen im Rahmen von Covax

Caracas. Venezuela hat mit Russland einen Vertrag über die Lieferung des Corona-Impfstoffs EpiVacCorona unterzeichnet, der vom russischen Unternehmen Geropharm hergestellt wird. EpiVacCorona wurde im Oktober 2020 in Russland als zweites Vakzin gegen das Coronavirus zugelassen. Venezuela, wo bereits klinische Studien mit dem Impfstoff durchgeführt wurden, wird das erste Land außerhalb Russlands sein, das EpiVacCorona für massenhafte Impfungen einsetzt. Eine venezolanische Delegation unterzeichnete das Abkommen über die Impfstofflieferung am Rande des Internationen Wirtschaftsforums in St. Petersburg (SPIEF).

Das südamerikanische Land hat am 27. Mai einen neuen nationalen Impfplan für die breite Bevölkerung vorgestellt, nachdem bisher vorrangig Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte des Gesundheitswesens oder Lehrpersonal immunisiert wurden. In der nächsten Phase sollen bis Ende des Jahres mindestens 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Zu diesem Zweck sollen landesweit 77 Impfzentren aufgebaut werden, wo sich die Bevölkerung kostenlos impfen lassen kann.

Bisher werden der russiche Impfstoff Sputnik V und das chinesische Vakzin Sinopharm eingesetzt. Neben der nun vereinbarten Lieferung von EpiVacCorona hofft das Land auch auf Impfstoffe aus dem UN-Programm Covax. Covax steht für "Covid-19 Vaccines Global Access" und ist eine Initiative im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation, die benachteiligte Länder beim Zugang zu Impfstoffen unterstützen soll.

Präsident Nicolás Maduro wies am Sonntag darauf hin, dass Venezuela bereits im April finanzielle Beiträge an das internationale Programm geleistet habe. Für Juli und August erwarte er die Lieferung von mehreren Millionen Impfdosen im Rahmen von Covax, sagte Maduro. Der Staatschef beklagte dabei erneut, dass die USA mit ihrer Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade gegen Venezuela auch die Lieferung von Impfstoffen an das Land zu verhindern suchen.

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Bezüglich der epidemiologischen Lage warnte Maduro vor der Verbreitung neuer Virusvarianten. So seien in den letzten Tagen die "andine" Variante C.37 und die "britische" Variante B.1.1.7 des Coronavirus erstmals in Venezuela nachgewiesen worden. Schon aufgrund der Verbreitung der "brasilianischen" Mutation P1 hätten die Ansteckungen und Todesfälle in Venezuela signifikant zugenommen. Deshalb sei aufgrund der Zirkulation neuer Varianten größte Vorsicht geboten.

Venezuela verfolgt seit Beginn der Pandemie eine einzigartige Politik zur Verlangsamung der Ansteckungen. Bei der "Methode 7+7" wechseln sich einwöchige strenge "Lockdowns" mit ebenfalls einwöchtigen Phasen der Öffnung ab. Damit konnte ein exponentieller Anstieg der Infektionen bzw. ein Verlauf der Pandemie in großen "Wellen" bisher vermieden werden.

Die Infektionszahlen steigen auch aktuell mehr oder weniger linear an. Am Sonntag wurden 1.424 neue Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden rund 242.000 Ansteckungen verzeichnet, 2.719 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben.

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