Argentinien / Wirtschaft

Verhandlungen laufen: Argentinien hofft auf längere Fristen von IWF

georgieva.jpeg

IWF-Chefin Kristalina Georgieva mit Wirtschaftsminister Martin Guzmán letzte Woche in New York
IWF-Chefin Kristalina Georgieva mit Wirtschaftsminister Martin Guzmán letzte Woche in New York

Buenos Aires. Die Regierung von Argentinien versucht weiterhin mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Fristverlängerung zur Rückzahlung der immensen Schulden auszuhandeln.

Präsident Alberto Fernández erklärte, je länger der gewährte Zeitraum sei, desto "freundlicher" für sein Land. Es gehe darum, eine "nachhaltige Übereinkunft" zu erzielen. Er nannte die ursprünglich festgeschriebenen Rückzahlungen bei den momentanen Fristen für die kommenden zwei Jahre (2022: 18 Milliarden US-Dollar, 2023: 19 Milliarden US-Dollar) "unbezahlbar". Fernández forderte zudem seinen Amtsvorgänger Mauricio Macri (2015-2019) auf, sich für die von ihm zu verantwortende Kreditaufnahme beim IWF zu entschuldigen.

Wirtschaftsminister Martin Guzmán hatte sich in der vergangenen Woche mit IWF-Chefin Kristalina Georgieva in New York getroffen, um die seit dem Amtsantritt der Regierung Fernández im Dezember 2019 weitgehend konstruktiven Gespräche wegen der außerordentlich hohen Schuldenlast fortzuführen. Beide Seiten hatten sich danach zufrieden gezeigt. Georgieva sprach von einem "sehr guten Treffen", der IWF in einer Stellungnahme davon, dass man mit Argentinien bei "Schlüsselthemen wie der makroökonomischen Nachhaltigkeit und den Auswirkungen der Corona-Pandemie" weiterhin eng zusammenarbeiten werde.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Die wirtschaftliche Lage in dem Land ist nach wie vor extrem angespannt. Verstärkt wurde dies durch die Corona-Krise. Die spanische Zeitung El País berichtete Anfang dieser Woche, das Land stehe zum wiederholten Male vor einem Zahlungsverzug. Auch die Schulden beim Pariser Club bräuchten dringend eine Umstrukturierung. Ende Mai wäre die Rückzahlung von rund 2,3 Milliarden Dollar fällig.

Auch dieses Thema wird bei einer Reise von Wirtschaftsminister Guzmán nach Europa (vom 12. April bis 16. April mit Abschluss in Paris), auf der Agenda stehen. Zuvor will Guzmán nach Deutschland, Italien und Spanien reisen, um dort wegen des IWF-Kredits Gespräche zu führen.

Ex-Präsident Macri hatte mit dem IWF einen Kredit in Rekordhöhe von 57 Milliarden US-Dollar ausgehandelt, 44 Milliarden davon wurden ausgezahlt. Die Rückzahlung belasten das Land schwer. Zuletzt hatte die argentinische Antikorruptionsbehörde Macri wegen Vergehen bei der sogenannten Kreditaffäre "FMIgate" (IWFgate) im Jahr 2018 vor einem Strafgericht angezeigt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr