Kuba / Soziales

Kuba reduziert Flugverbindungen aus Risikogebieten

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Ab 1. Januar 2021 werden Flüge nach Kuba aus manchen Ländern eingeschränkt
Ab 1. Januar 2021 werden Flüge nach Kuba aus manchen Ländern eingeschränkt

Havanna. Aufgrund steigender Corona-Fallzahlen im Zusammenhang mit der Öffnung für ausländische Besucher schränkt Kuba ab dem 1. Januar die Flugverbindungen aus einer Reihe von Ländern ein. Zudem wird ab dem 10. Januar von allen ankommenden Gästen ein negativer PCR-Test eingefordert, der vor Abflug nicht älter als drei Tage sein darf (amerika21 berichtete).

Nach zwei Lockdowns hatte Kuba im Herbst tägliche Neuinfektionen im einstelligen Bereich zu verzeichnen. Seit der Öffnung des Tourismus im November steigen die Corona-Fälle auf der Insel wieder rasant an. Mit 229 Neuinfektionen und 1.486 aktiven Fällen erreichte das Land am 27. Dezember neue Höchstwerte sei Beginn der Pandemie. Das Gros der Neuinfektionen ereignet sich in der Hauptstadt Havanna, wobei auch in den östlichen Provinzen, die vor einigen Wochen praktisch Corona-frei waren, die Infektionen zunehmen. Am Montag erklärte Kubas Chefepidemiologe Francisco Durán in einer Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums, dass 71,5 Prozent der Fälle in den letzten Wochen auf Besucher aus den USA, Mexiko, Panama, Haiti und der Dominikanischen Republik zurückzuführen seien, weshalb ab dem 1. Januar 2021 Flüge aus diesen Ländern eingeschränkt werden. "Sobald die epidemiologische Situation dies erlaubt", soll wieder zum normalen Flugplan zurückgekehrt werden.

Ab dem 10. Januar können Besucher nur noch mit negativem Corona-Test auf die Insel einreisen. Dieser muss in einem dafür zertifizierten Labor im Herkunftsland durchgeführt werden und darf nicht älter als drei Tage sein. Touristen müssen nach der Landung in Kuba wie gehabt einen (zweiten) PCR-Test durchführen sowie eine Erklärung über eventuelle Corona-Kontakte abgeben. Bis zum Testergebnis, das nach zwei bis drei Tagen vorliegen soll, müssen sich Reisende in ihrer Unterkunft isolieren. Danach wird die schriftliche Erlaubnis erteilt, sich frei im Land zu bewegen. An Familienbesuchern und rückkehrenden Kubanern wird weiterhin fünf Tage nach der Ankunft ein zusätzlicher, dritter PCR-Test vorgenommen.

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Ein weiteres Problem sei laut Durán, dass einige Personen bei der Landung eine falsche Adresse angeben würden, weshalb die Ergebnisse der PCR-Tests künftig mit einer neuen Software zurückverfolgbar und für die lokalen Gesundheitsbehörden in Echtzeit zugänglich gemacht werden sollen. Für rückkehrende Kubaner, die über keine adäquaten Räumlichkeiten für die häusliche Quarantäne verfügen, will der Staat wieder entsprechende Unterkünfte bereitstellen. Gegen Bezahlung ist auch eine Quarantäne in Hotels möglich.

Insgesamt sind seit März 11.434 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. 143 Personen starben bisher mit oder an dem Virus. Die Fallsterblichkeit auf der sozialistischen Insel liegt damit deutlich unter dem regionalen und weltweiten Durchschnitt.

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